Politische Prominenz informiert sich über den Einsatz von Feldrobotern
-- , Foto: Bosch GmbH
Politische Prominenz informiert sich über den Einsatz von Feldrobotern

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann informierten sich über das Ergebnis der langjährigen Kooperation zwischen Bosch, der Hochschule Osnabrück und den Amazonen-Werken aus Hasbergen. Die Bundeskanzlerin betonte die Bedeutung der angewandten Industrieforschung: „Forschung und Innovation sind die Quellen unseres Wohlstandes.“

Mit seinem Forschungscampus in Renningen will Bosch eine neue Arbeitswelt für kreative Köpfe schaffen. Hier soll übergreifende Zusammenarbeit gefördert werden. Im neuen Zentrum für Forschung und Vorausentwicklung sind rund 1.700 Wissenschaftler und Tüftler in der angewandten Industrieforschung tätig. Rund 310 Mio. € hat Bosch in seinen neuen Standort investiert. Der Forschungscampus ist laut dem Unternehmen „der Knotenpunkt des weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerkes“.

Insbesondere in der effizienteren Pflanzenzucht kommt dem Feldroboter eine wesentliche Bedeutung zu. Dort automatisiert und beschleunigt der BoniRob Analyseverfahren über das Wachstum der neu gezüchteten Sorten im Feld. Er unterstützt Pflanzenforscher, die in oft akribischer Handarbeit tausende Gewächse analysieren müssen: Blattgröße und -farbe, Fruchtgröße und -form, Wuchsform, Insektenbefall oder den Gehalt des grünen Blattfarbstoffes Chlorophyll. Auf Basis dieser Untersuchungsergebnisse entscheiden sie dann, mit welchen Pflanzen sie weiterzüchten möchten. Diese sogenannte „Bonitur“ ist Namensgeber für den BoniRob. Wie die Bonitur bei der Züchtung von Pflanzen funktioniert, die Trockenstress und Klimawandel widerstehen, erklärt Prof. Arno Ruckelshausen von der Hochschule Osnabrück beim Saatgutkongress der agrarzeitung am 11. November in Hannover.

Der Feldroboter BoniRob geht auf ein vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) gefördertes, öffentliches Verbundprojekt zurück. Die Neuentwicklung wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: So erhielten die Projektpartner im Frühjahr auf dem Europäischen Robotik-Forum in Wien den „2015 euRobotics Technology Transfer Award“. Im September 2015 hat der Agrarroboter von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt den Deutschen Innovationspreis Gartenbau erhalten. „BoniRob ermöglicht ressourcenschonende – ökologisch wie ökonomisch orientierte – landwirtschaftliche Prozesse, natürlich unter Aufsicht des Menschen und jedoch weitgehend automatisiert“, beschreibt Prof. Arno Ruckelshausen von der Hochschule Osnabrück die Vorteile des Roboters. Inzwischen hat Bosch die Weiterentwicklung des erfolgreichen Hightech-Werkzeugs im unternehmenseigenen Start-up Deepfield Robotics übernommen. (brs)
 
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