Untersuchungen

Kartellamt schaut auf Molkereien

Das DMK und 88 weitere genossenschaftliche sowie private Molkereien sind Gegenstand von Untersuchungen des Bundeskartellamtes. Darauf hat die Wettbewerbsbehörde hingewiesen.

Der Vorsitzende der Beschlussabteilung des Kartellamts, Dr. Felix Engelsing, hat im Rahmen einer von AbL und der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) organisierten Milchtagung in Warburg-Hardehausen am Montag einige aus Sicht des Kartellamtes kritischen Punkte erörtert. Einer sei die Pflicht der Milcherzeuger zur Ablieferung der vollständigen Milchmenge. Diese Andienungspflicht verhindere, dass Erzeuger bei schlechten Preisen auf andere Wettbewerber ausweichen könnten.

Als weiteren Kritikpunkt habe Engelsing die langen Kündigungsfristen von mindestens zwei Jahren in Genossenschaftsmolkereien wie dem DMK genannt. Deren Folge sei, dass im Milchbereich die Erzeuger  die Molkerei als Abnehmer außergewöhnlich selten wechseln würden, heißt es in der Mitteilung. Nicht zuletzt sehe das Kartellamt auch die nachträgliche Preisfestsetzung in den Molkereien kritisch.

In dem Untersuchungsverfahren gegen die Molkereien sei den Worten Engelsings zufolge als nächstes ein Sachstandsbericht und der Dialog mit allen Beteiligten geplant. Falls notwendig könne das Kartellamt aber auch bindende Verfügungen gegen Molkereien erlassen, hatte Engelsing geäußert. (jst)
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