Julius-Kühn-Institut

Kartoffelhalle Raub der Flammen


In Groß Lüsewitz (Mecklenburg-Vorpommern) brannte am vergangenen Donnerstag eine erst vor sechs Jahren erbaute Lagerhalle für Kartoffeln fast vollständig ab. Die Halle gehörte zu einer Versuchsstation für die Kartoffelforschung des Julius-Kühn-Instituts (JKI). Das 858 Quadratmeter große und sieben Meter hohe Gebäude beherbergte ein Kartoffelkühllager, eine Arbeitshalle mit Sortieranlage, einen Werkstattbereich für die Versuchsfeldtechnik sowie ein Schleppdach mit Waschplatte. Dank der Brandschutzmauer blieb die Werkstatt verschont, teilt das JKI mit.

Spezialmaschinen für das Versuchswesen zerstört

Bei den Löscharbeiten waren 85 Feuerwehrmänner aus dem gesamten Landkreis Rostock im Einsatz. Da in der Halle auch Kleinstmengen an Pflanzenschutzmitteln lagerten, wurde der Gefahrgutzug des Landkreises aktiviert. Kriminalpolizei und Brandermittler sind dabei die Ursachen aufzuklären. Neben dem Gebäude selbst seien der größte finanzielle Verlust die zerstörten Maschinen und Geräte, so das JKI. Unter anderem wurden sechs Traktoren und etliche Spezialgeräte für die Züchtungsforschung wie ein Parzellenmähdrescher, -drillmaschine,- sägerät und die Kartoffelsortiermaschine ein Opfer der Flammen.

Neukauf der Maschinen schwierig

In Gruß Lüsewitz betreibt das JKI Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen, wie Getreide, Leguminosen und Kartoffeln. Hier werden die Grundlagen für neue, gegen Krankheiten widerstandsfähige und stresstolerante Sorten gelegt. Die Spezialmaschinen kommen in der Züchtungsforschung und der Züchtung zum Einsatz, wo mehrere Zuchtlinien bzw. mehrere Sorten nebeneinander auf dem Versuchsfeld in kleinen Parzellen angebaut werden. Der Markt für derartige Maschinen ist klein, sie sind also nicht sofort verfügbar. Wartezeiten bis zu einem Dreivierteljahr sind einzurechnen. Ein Parzellenmähdrescher kostet je nach Ausstattung bei Neuanschaffung bis zu 250.000 Euro.

Die Kosten für den Neubau der 2010 in Betrieb genommenen Halle beliefen sich auf ca. eine Mio. €. Der genaue Schaden lasse sich momentan noch nicht beziffern, heißt es beim JKI. Jedoch geht das Institut davon aus, dass sich der Verlust allein für die Großgeräte wie Düngerstreuer, Pflanzenschutzspritze, Drillmaschinen, Sämaschinen, Schlepper und Traktoren ebenfalls auf mindestens eine Mio. € summiert. (SB)
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