Mecklenburg-Vorpommern

Kataster zeigt Gefahren der Erosion


Ein Sandsturm an der Autobahn 19 hatte vor fünf Jahren bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Auch bei starken Regenfällen geht in dem Bundesland wertvoller Ackerboden verloren. In Mecklenburg Vorpommern gibt es nun ein landesweites Kataster, in dem Erosionsereignisse dokumentiert werden. „Die bei uns in MV initiierte und umfassend durchgeführte Erfassung und Auswertung von Erosionsereignissen ist bundesweit einmalig und gibt erstmals einen Überblick hinsichtlich der tatsächlichen Gefahrensituation im Land“, erklärte Landwirtschaftsminister Till Backhaus heute in Schwerin.

Eine wirksame Vorsorge könne nur ganzheitlich betrieben werden, insbesondere angesichts der zunehmend auftretenden Frühjahresstürme in noch vegetationslosen Zeiträumen. Wichtig sei, standortangepasste Vorsorge zu betreiben und ein Bündel von Vorsorgemaßnahmen zu schnüren, sagte der Minister. Dies funktioniere nur mit der genauen Erfassung der konkret betroffenen Flächen sowie der erosionsauslösenden Ursachen im Kataster. Er betonte aber auch, dass Erosion ein natürlicher Prozess sei, der nie gänzlich verhindert werden könne.

Seit 2011 würden alle auf landwirtschaftlichen Flächen bekannt gewordenen Erosionsereignisse erfasst und ausgewertet. „Die Auswertung erfolgt unmittelbar in Zusammenarbeit mit dem betroffenen Landwirt, so dass ganz gezielt Maßnahmen zur Abwendung erneuter Erosionsereignisse in den real betroffenen Flächenbereichen umgesetzt werden können", so der Minister. Mittlerweile seien in das Kataster 35 Wasser- und 30 Winderosionsereignisse aufgenommen worden.

Das Kataster gebe erstmals einen strukturierten Überblick darüber, welche Flächen besonders in den Blick genommen werden müssten. So seien von Winderosion insbesondere sandige Standorte betroffen, wie sie in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen vorkommen. Erosionserscheinungen durch Wasserabschwemmungen seien insbesondere in den Sommermonaten beim Auftreten von Starkniederschlägen regional überall möglich, wenn die Böden stark ausgetrocknet sind und das Regenwasser nicht ausreichend aufnehmen können. (SB)
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