Tierschutz

Kein Klartext zum Kastenstand vor der Wahl

Das Thema sei wegen weiteren Diskussionsbedarfs des zuständigen Ausschusses auf die nächste Bundesratssitzung verschoben worden, bestätigte die Pressestelle des Bundesrates gegenüber agrarzeitung.de. Damit kommt das Thema nicht am 22. September, sondern erst am 3. November im Bundesrat zur Abstimmung - also nach der Bundestagswahl und der Landtagswahl in Niedersachsen.

Die Tierschutzbeauftragten der Bundesländer fordern hingegen die Agrarminister des Bundes und der Länder auf, Entscheidungen zu tierschutzfachlichen Sachverhalten zu treffen.

Tierschützer fordern Klarheit

„Insbesondere bezüglich anstehender Entscheidungen zur zukünftigen Haltung von Zuchtsauen muss nach monatelanger Diskussion endlich Klarheit herrschen", so Dr. Marco König, Ansprechpartner für Tierschutzfragen in Sachsen-Anhalt. Dabei sei die Fixierung von Sauen in Kastenständen sowohl in den Deckzentren als auch im Abferkelbereich auf ein zeitliches Minimum zu beschränken, weil diese Haltungsform nicht tiergerecht sei.
 
Im so genannten "Magdeburger Urteil" war bestätigt worden, dass die derzeit gültige Haltung im Kastenstand nicht tierschutzkonform ist. Kastenstände müssen so breit sein, dass die Tiere sich hinlegen können, ohne mit ihren Beinen in den Stand der Nachbarsau zu kommen. Diese Rechtsauffassung hat das Bundesverwaltungsgericht bestätigt. Seither sind viele Ställe in Deutschland nicht mehr rechtskonform.

Die vom Bundesagrarministerium (BMEL) vorgeschlagene Neuregelung der Haltung von Sauen im Deckzentrum sieht etwa vor, dass in Zukunft die zulässige Dauer der Fixierung von Sauen im Deckzentrum deutlich reduziert werden soll. Die zukünftigen Kastenstandweiten müssen sich außerdem an der Größe der Tiere orientieren. Die Neuerungen sollen nach einer angemessenen Zeitspanne umzusetzen sein. Ziel ist, die Belange des Tierschutzes zu berücksichtigen und gleichzeitig einen Strukturbruch in der Ferkelerzeugung zu vermeiden. (mrs)
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