CDU/CSU-Tagung

Keine Abwrackprämie für Milch


Mit 400 Anmeldungen stößt die Tagung CDU/CSU Bundestagsfraktion zur Zukunft der Landwirtschaft am Mittwoch in Berlin auf hohes Interesse. Gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) wollen hochrangige Vertreter von verschiedensten landwirtschaftlichen Interessensvertretungen, von Verbraucher-, Bio- und Handelsorganisationen sowie Wissenschaftler und Kirchenvertreter ausloten, wie es mit der Landwirtschaft in Deutschland weitergehen kann.

Krise war nicht absehbar

In einem Pressegespräch kurz vor der Veranstaltung betont Franz-Josef Holzenkamp, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Fraktion, noch einmal die aktuelle dramatische Lage der Landwirte. Als mit der Planung vor rund einem halben Jahr begonnen wurde, sei nicht abzusehen gewesen, in welch einer einmaligen Krise sich die Landwirtschaft heute befinde, erklärt Holzenkamp. Von Seiten der CDU sei schon einiges zur Entschärfung der Situation angestoßen worden, betont der Agrarexperte und verweist unter anderem auf die Aufstockung der landwirtschaftlichen Unfallversicherung.

Auch begrüßt Holzenkamp die Änderungen im Agrarmarktstrukturgesetz, die es den Marktteilenehmern in einem gewissen Rahmen ermöglichen, sich über Mengen abzustimmen. Gleichzeitig stellt er dabei deutlich heraus, dass sich der Staat bei dieser Maßnahme absolut heraushalten müsse: Die Finanzierung ist Sache der Molkereien.

Perspektiven statt Agrarwende

Wohin es führe, wenn der Staat Mengensteuerung betreibe, kenne man von der Automobilbranche, erklärt Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU Fraktion. „Für Milch wird es keine Abwrackprämie geben“, sagt Connemann. Die habe schließlich nur sehr viel Geld gekostet und keinen Effekt gehabt.

„Wir brauchen keine Agrarwende, sondern eine Perspektive für die Landwirte“, fordert Connemann. Dabei sei es insbesondere wichtig, den Blick auf Verbraucher und den gesellschaftlichen Umgang mit Landwirten zu richten. Landwirte dürften nicht zum Prügelknaben der Nation gemacht werden. Sie verdienten Respekt. Denn wenn die Landwirtschaft in Deutschland keine Zukunft habe, würden die Verbraucher auch Ernährung aus Deutschland verlieren. „Und deswegen betrifft die Krise uns alle.“ (kbo)
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