Vogelgrippe

„Keine Entspannung in Sicht“

Nachdem inzwischen 13 Bundesländer Vögel gefunden wurden, die an dem hochpathogenen und aggressiven Virus H5N8 verstarben, bleibt die Lage in Deutschland bedrohlich. Aktuell sei keine Entspannung der Lage zu erwarten, erklärte Landwirtschaftsminister Till Backhaus am Donnerstag im Schweriner Landtag.

Jeden Tag neue Fälle

„Nach wie vor zeigt das Geschehen eine noch nie dagewesene Dynamik mit rasanter Ausbreitungstendenz“, mahnte der Minister. Jeden Tag würden neue Fälle aus Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland und der Welt gemeldet. Besorgniserregend sei vor allem die hohe Viruslast und Erregerausscheidung bei Wildvögeln, stellte Backhaus fest.

160 erkrankte Wildvögel

Seit dem ersten Nachweis Anfang November hat sich das Virus über das gesamte Bundesgebiet ausgebreitet. Vom Seuchengeschehen sind derzeit 13 Bundesländer betroffen. In Mecklenburg-Vorpommern ist kein Landkreis mehr ohne Virusnachweis in der Wildvogelpopulation. Im Nordosten konnte das H5N8-Virus bislang bei rund 160 Wildvögeln sowie in 12 Nutztierbeständen bestätigt werden. Rund 750 Stück Hausgeflügel wurden vorsorglich getötet.

Keine Mehrheit für bundesweites Aufstallungsgebot

In Mecklenburg-Vorpommern sind große Tierbestände bislang vom H5N8-Virus verschont geblieben. Backhaus sieht das als einen Erfolg des frühzeitig angeordneten landesweiten Aufstallungsgebots. „Ich glaube aber nach wie vor, dass wir ein bundesweites Aufstallungsgebot brauchen", sagte der Minister. Er müsse jedoch zur Kenntnis nehmen, dass sich hierfür derzeit leider keine Mehrheiten finden lassen. (SB)
stats