Umfrage

Kennzeichnung von Eiprodukten erwünscht


Rund 81 Prozent der Befragten wünschen sich eine klare Kennzeichnung auf der Verpackung von Lebensmitteln, in denen Eier verarbeitet sind. Das hat jetzt eine Emnid-Umfrage unter 1.000 Verbrauchern Anfang März im Auftrag des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) in Bonn ergeben. Der Verein KAT wurde 1995 gegründet und prüft Eier aus alternativen Haltungsformen. In der Umfrage gaben 16 Prozent der Teilnehmer an, dass sie sich über dieses Thema noch keine Gedanken gemacht hätten und daher eine Kennzeichnung für überflüssig hielten.

Mehr als der Hälfte der Befragten war nicht bekannt, dass die Käfighaltung von Legehennen in der EU zwar verboten, der Import von Käfigeiern aus Drittstaaten jedoch zulässig ist. Laut KAT gewinnt dieses Thema durch das seit Anfang 2016 geltende Freihandelsabkommen mit der Ukraine an Bedeutung: Dadurch würden verstärkt Eier aus Käfighaltung nach Deutschland gelangen.

Die Mehrheit der Verbraucher kauft gezielt nach Haltungsform

Der Verein findet in der Umfrage bestätigt, dass das System zur Kennzeichnung von Schaleneiern; also „0“ für ökologische Haltung, „1“ für Freilandhaltung, „2“ für Bodenhaltung und „3“ für Kleingruppenhaltung, funktioniert. Denn 87 Prozent der Befragten gaben an, beim Kauf von frischen Eiern die Packungsangaben zu beachten und bewusst zu Eiern aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung zu greifen.

Passend zur Osterzeit setzt sich auch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen für eine Kennzeichnung von Lebensmitteln, in denen Eier verarbeitet wurden, ein. In einem Entschließungsantrag im Bundesrat fordert die Regierung in NRW, dass die Bundesregierung zunächst deutschlandweit eine entsprechende Kennzeichnung nach dem Vorbild des Kennzeichnungssystems bei Schaleneiern einführen soll und sich danach für eine EU-weite Lösung einsetzen soll.

Auch der Bundesverband Deutsches Ei unterstützt nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus eine Kennzeichnung für eihaltige Lebensmittel. „Um diesem Verbraucherwunsch Rechnung zu tragen, wünscht sich die deutsche Eierwirtschaft eine ausgeweitete Kennzeichnung der deutschen Herkunft“, zitiert der Focus Verbandschef Günter Scheper. „Nicht nur auf den im Handel erhältlichen Schaleneiern, sondern auch auf Eiprodukten für die Lebensmittelwirtschaft und auf weiterverarbeiteten eihaltigen Lebensmitteln wie Nudeln oder Keksen sollte künftig klar erkennbar sein, aus welcher Haltungsform und welchem Land die Eier stammen.“ (pio)
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