Eine Kennzeichnung von tierischen Produkten, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen gefüttert wurden, ist technisch kein großes Problem. Ein erheblicher Aufwand entstände jedoch durch die Dokumentation und Kontrolle. Dies ermittelten Wissenschaftler des Thünen-Institutes im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums. Im Koalitionsvertrag ist eine Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit den gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, in Aussicht gestellt.

Laut den Braunschweiger Experten würden vor allem die Folgekosten bei den Unternehmen und den Behörden zu Buche schlagen. Laut Thünen wären in Deutschland rund 270.000 Betriebe in der Wertschöpfungskette von einer erweiterten Kennzeichnungspflicht betroffen. Eine Gentechnik-Kennzeichnung für tierische Produkte müsse allerdings auch auf EU-Ebene und nicht im nationalen Alleingang durchgeführt werden, heißt es in dem Bericht laut Agra-Europe.

Voraussehbar wäre, dass der Verbraucher und der Handel bei einer Kennzeichnungspflicht ganz auf Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Zutaten verzichten und somit die Produzenten vollkommen auf gentechnikfreie Futtermittel umgestellt werden würde. Die Preise für GV-freies Soja würden den Marktexperten zufolge zumindest in der Anfangsphase ansteigen; längerfristig müsse mit stärkeren Preisschwankungen gerechnet werden. (hed)
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