Vogelgrippe

Keulung überschreitet Millionenmarke

Bis März 2017 wurden mehr als 800.000 Tiere aus Nutzgeflügelbeständen mit nachgewiesener aviärer Influenza gekeult. Weitere mehr als 250.000 Tiere wurden getötet, ohne einen positiven Befund des H5N8-Erregers abzuwarten. Grund war die räumliche Nähe zu infizierten Betrieben oder, dass andere Kontakte dazu bestanden. Dies geht aus den neuesten Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Schleswig-Holstein wurde das Geflügelpestvirus darüber hinaus seit November 2016 bundesweit in mehr als 1.000 Wildvögeln nachgewiesen. 

Laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI) ist die hochpathogene Variante H5N8 mittlerweile in 26 europäischen Staaten präsent. Besonders stark sind dabei Frankreich und Ungarn betroffen. Das Auftreten in so vielen Ländern und die schnelle Verbreitung wiesen darauf hin, dass die räumliche Ausbreitung der Infektion weiterhin mit großer Dynamik erfolge, warnt weiterhin das FLI.

Nahezu täglich gibt es neue Meldungen zur Vogelgrippe. Annfang der Woche wurde bekannt, dass in mehreren Betrieben in Russland die Geflügelpest ausgebrochen ist. Fast 500.000 Tiere mussten gekeult werden. In Kassel trat gestern der erste aktuelle Vogelgrippefall auf.

Ausnahme von Stallpflicht möglich

Dennoch werden die Rufe nach einer Öffnung der Ställe lauter. So können jetzt die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter in Mecklenburg-Vorpommern die Aufstallungspflicht aufheben, allerdings nur in begründeten Einzelfällen und nach entsprechender Risikobewertung. Auch Hobbyhalter gehen auf die Barrikaden. Die Stallpflicht gehe zu Lasten der Rassegeflügelzüchter sowie Halter, die ihre Anlagen nur als Schlafstelle ausgebaut hätten, erklärt der Hobbyzüchter Eberhard Nakonzer aus Neu Zauche in Brandenburg. Der enge Raum widerspreche den natürlichen Lebensgewohnheiten. Zahlreiche Rassen würden diese Einschränkungen nicht überleben, so Nakonzer.

Auch wenn das Geflügel bereits aufgestallt sei, sei die strenge Einhaltung bestimmter Hygienemaßnahmen unerlässlich, mahnt das FLI. Die Übertragung von Influenzaviren im Geflügel erfolge vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder durch Kontakt mit viruskontaminierten Materialien wie Einstreu, Gerätschaften, Schuhwerk, Schutzkleidung und dergleichen. (kbo)

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