Im niedersächsischen Emsland sind zwei Kleinkinder nach dem Verzehr von Rohmilch erkrankt. Ermittlungen des Landkreises ergaben, dass die Familie bei einem Milchbetrieb im Emsland Rohmilch gekauft hatte. Da darin die Ursache der Erkrankungen vermutet wird, wurden durch das Veterinäramt dort Milchproben gezogen. Sie ergaben den Nachweis einer Form des Darmbakteriums Escherichia coli. Der Verkauf von Rohmilch in dem Betrieb wurde umgehend eingestellt. Dem Landkreis Emsland sind derzeit keine weiteren Krankheitsfälle bekannt.

Abkochen tötet Krankheitserreger

Das Verbraucherschutzministerium in Hannover weist darauf hin, dass Rohmilch vor dem Verzehr abzukochen ist. Nur so können mögliche Krankheitserreger abgetötet werden. Bundesweit kommen in Rohmilchproben immer wieder krankheitserregende Keime vor. In Milchtankstellen wird daher aus Gründen des Verbraucherschutzes auf das Abkochen hingewiesen.

Kleinkinder besonders gefährdet

Es besteht der Verdacht, dass es sich bei dem gefundenen Keim um Enterohämorrhagische Escherichia coli (Ehec) handelt, eine seltene, krank machende Form des Darmbakteriums Escherichia coli. In aller Regel verläuft eine Infektion symptomarm mit Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit. In seltenen Fällen, insbesondere bei immungeschwächten Personen und Kleinkindern, kann die Erkrankung allerdings einen schweren bis hin zu einem lebensbedrohlichen Verlauf nehmen.

Ehec-Bakterien kommen natürlicherweise in den Därmen von Nutztieren wie Rindern, Schafen und Ziegen vor. Das Bakterium kann somit beim Verzehr von Rohmilch und Rohmilchkäse übertragen werden, aber auch rohes Fleisch oder Rohkost können betroffen sein.
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