Importverbot

Klage als letztes Mittel

Es gibt einfachere und schnellere Lösungen als eine Klage vor der Welthandelsorganisation (WTO), erklärte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg nach dem EU-Agrarrat in Brüssel.

Am kommenden Freitag würden sich Vertreter der EU und russische Veterinäre zusammensetzen und weiter verhandeln. Borg sagte, er sei jederzeit bereit, nach Moskau zu fliegen, wenn dies gewünscht werde. Der Verbraucherkommissar rechnete zudem die Konsequenzen des Embargo vor. Für die EU-Staaten entstehen täglich Verluste von 4 Mio. € durch entgangene Schweinefleischexporte.

In der EU fallen zudem die Preise für Schweinefleisch und in Russland steigen sie. Russische Verarbeiter hätten sich schon bei ihrer Regierung in Moskau deswegen beklagt, berichtete der Kommissar.

In der EU gebe es inzwischen einen neuen Fall von Schweinepest in Polen, der ebenfalls durch Wildschweine aus Weißrussland übertragen worden sei. Den 3 Fällen in der EU stünden allerdings 600 Fälle in Russland und Weißrussland gegenüber. Deshalb forderte Borg Russland dringend auf, es sei sinnvoller regionale Sperren zu errichten anstelle des Importverbots für die komplette EU. (Mö) 
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