Auf seiner 25. Jahrestagung hat der Fachverband Biogas seine Forderung nach einer schnellen und verlässlichen Regelung für die künftige Biogasnutzung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2016 bekräftigt. „Unverzügliche Regelungen für die künftige Biogasnutzung im Erneuerbare-Energien-Gesetz 2016“ forderte Präsident Horst Seide in Nürnberg.

Das Bundeswirtschaftsministerium plant nach bisherigen Erkenntnissen, im neuen EEG feste Fördersätze für Strom aus erneuerbaren Energieträgern durch eine Förderung per Ausschreibung zu ersetzen. Für den Bereich Biogas sollen die Details zu den Ausschreibungen jedoch nicht im EEG direkt, sondern über eine Verordnungsermächtigung geregelt werden. Der Fachverband kritisiert, dass dadurch „keine Klarheit“ für die Branche gebracht würde und „wichtige Entscheidungen“ zur Förderung von Energie aus Biogas „auf die lange Bank“ geschoben würden.

Kritik an geplanter Deckelung

Der Verband sieht die Gefahr, dass gerade jene Anlagenbetreiber, die bereits kurz nach Inkrafttreten des EEG im Jahr 2000 ans Netz gegangen sind, aussteigen. Denn in wenigen Jahren fallen diese Anlagen aus der EEG-Vergütung heraus. Investoren müssten bereits jetzt festlegen, ob und wie sie weitermachen: „Investitionen werden die Betreiber aber nur dann tätigen, wenn sie eine Perspektive haben“, betonte Seide. Niemand werde fünf- bis sechsstellige Summen in die Hand nehmen, wenn nicht gesichert ist, dass sich diese Investition auch lohnt.

Der Fachverband kritisiert zudem die von der Regierung geplante Deckelung des Zubaus von Biogasanlagen auf 100 Megawatt brutto. Das würde einen realen Bestandsabbau bedeuten, da die Anschlussvergütung für Bestandsanlagen eingerechnet wird, so der Verband. Die Lobbyisten fordern daher einen moderaten Zubau von 100 Megawatt netto pro Jahr. (az)
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