Legehennen

Kleingruppen bis 2030 erlauben


Am Freitag berät der Bundesrat über die Legehennenhaltung in Kleinkäfiggruppen. Die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Niedersachsen haben in einer Initative beantragt, ein bundesweit einheitliches Ende dieser Haltungsform festzulegen. Angestrebt werde 2023 aber spätestens 2025 aus der Kleingruppenhaltung auszusteigen, teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium auf Anfrage mit. Die Niedersächsische Geflügelwirtschaft (NGW) begrüßt zwar eine sichere Rechtsgrundlage für die deutschen Legehennenhalter, fordert bei der Entscheidung, die gesamteuropäische Situation zu berücksichtigen.

Die in Deutschland entwickelte Kleingruppenhaltung biete den Tieren mehr Platz und Tierschutz, betont die NGW in einer Mitteilung. Dies sehen die beiden Bundesländer anders. Dei Kleingruppen-Käfige seien kaum besser als die konventionellen Käfige von früher, erklärten Ulrike Höfken und Christian Meyer. Laut NGW seien knapp 11 Prozent der Legehennen in Deutschland im Jahr 2013 in diesen Systemen gehalten worden, nachdem in Deutschland das Käfighaltungsverbot 2012 in Kraft trat. Die NGW erwarte für die deutschen Legehennenhalter eine rechtssichere Regelung mit einer Übergangfrist bis ins Jahr 2030, die sich an realistischen Abschreibungszeiträumen von Investitionen orientiert.

Weniger Federpicken und Kannibalismus

Die Kleingruppenhaltung könne nach wie vor als tiergerecht angesehen werden. Bei Legehennen mit einem intakten Schnabel würde vergleichsweise wenig Federpicken und Kannibalismus auftreten. „Ein klarer Fehler war rückblickend betrachtet deshalb die vorschnelle Entscheidung des Lebensmitteleinzelhandels, Eier von Legehennen aus Kleingruppenhaltung einfach auszulisten“, bedauert der NGW.  (SB)
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