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An einer frühzeitigen Diagnose der Rinderkrankheit BSE sollte Landwirten und Tierärzten gelegen sein. Ausgiebige Verhaltensforschungen in der Schweiz ergaben, dass eine Erkrankung bereits am lebenden Tier erkannt werden kann. Im Internet wird unter der Adresse www.bse.unizh.ch anschaulich beschrieben, wie es geht.

Die Diagnose "BSE" lässt sich nicht nur mit Gehirnproben geschlachteter Tiere erstellen, davon sind Schweizer Tiermediziner überzeugt. Eine intensive Untersuchung des Verhaltens ermöglicht das frühzeitige Erkennen und zuverlässige Diagnostizieren von BSE am lebenden Tier.

Weil in der Schweiz keine Reihenuntersuchungen von Gehirnproben stattfinden, wurde intensiv an Tests gearbeitet, die auffällige Tiere bereits vor der Schlachtung ausfindig machen helfen. Stichprobenuntersuchungen in Schlachthöfen zeigen, dass mit diesen Methoden BSE-infizierte Tiere zuverlässig aufgespürt werden können. Damit die markanten Symptome, wie Rückgang der Milchleistung und Veränderungen in der Reaktion, sowie eindeutige Untersuchungsmethoden breit bekannt werden, sind sie auf der Internet-Seite der Universität Zürich ausführlich und aufwendig dargestellt. Neben einer Kurzversion eines Verhaltenstests, der sich an Landwirte richtet, existiert eine detailliertere Beschreibung für Tierärzte. Diese Version enthält auch Tabellen, mit denen die Untersuchung einheitlich dokumentiert werden kann, und ein Auswertungsschema.

Zusätzlich sind an zahlreichen Stellen des Textes kurze Videosequenzen zur Illustration angeboten, die den Verhaltensunterschied zwischen gesunden und BSE-kranken Kühen verdeutlichen sollen. Allerdings können diese Videobilder im Internet nur mit einer entsprechenden technischen Ausrüstung des PC angesehen werden. Zudem muss zuvor ein kostenloses Programm zum Abspielen der Videos aus dem Internet heruntergeladen werden. Das Ergebnis der Mühen sind kurze Bildfolgen, die durchaus einen Eindruck verschaffen. Den empfindlichen Betrachter irritieren sie allerdings wegen der unruhigen Kameraführung. Auch wenn sich anhand der Sequenzen keine Schulung in der Diagnose machen lässt, entsteht eine Vorstellung davon, wie unterschiedlich sich unauffällige gegenüber auffälligen Tieren verhalten. Ein Video auf VHS-Kassette zum Bestellen wird ebenfalls angeboten und bietet vermutlich bessere Bildqualität für diejenigen, die es ganz genau wissen wollen oder müssen.

Empfehlenswert ist auf jeden Fall die gründliche Lektüre der möglichen ersten Symptome wie Abmagerung oder Abfall der Milchleistung. Denn das Auftreten von mehreren dieser Warnzeichen sollte dann Grund genug sein, den Tierarzt zur Durchführung eines Verhaltenstests zu bitten. Denn, so ist es auf der Seite zu lesen, gegenüber vertrauten Personen sind die Verhaltensauffälligkeiten der Tiere geringer. (brs)
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