Der Sonderpreis der Gregor-Mendel-Stiftung geht im Mendeljahr 2016 an die Wissenschaftsscheune in Köln. Damit wird das Engagement des Max-Planck-Instituts für Pflanzenzüchtungsforschung (MPIPZ) um die Vermittlung von Wissenschaft belohnt. Das Projekt, das im Jahr 1990 ein Schaufenster des Instituts werden sollte, hat sich enorm entwickelt. Heute werden jährlich mehr als 1400 Besucher, vorwiegend aus Nordrhein-Westfalen, durch die ständig wachsende Ausstellung geführt.

Begehbarer Weizenstammbaum

Die Pflanzenzüchtung ist hier in einen breiten Kontext gesetzt, erklärt Dr. Wolfgang Schuchert vom MPIPZ gegenüber der agrarzeitung (az). Über alte Sorten und Genbanken berichtet die Wissenschaftsscheune ebenso wie über moderne Züchtungsmethoden und die Forschung am pflanzlichen Genom. Dabei legen die Wissenschaftler großen Wert auf attraktives Anschauungsmaterial. Ein begehbarer Weizenstammbaum macht die Fortschritte der Weizenzüchtung direkt erfahrbar. Von Ende Mai bis Mitte Oktober können sich Besucher am praktischen Objekt komplexe Zusammenhänge erklären lassen. Hier wird auch das interdisziplinäre Zusammenspiel zwischen Molekularbiologen und Archäologen deutlich, die die Ursprünge der Emmerzüchtung ins Zweistromland zurückverfolgen. (brs)



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