In dieser Woche einigten sich das Europaparlament, der EU-Ministerrat und die Europäische Kommission auf die neue Verordnung zu übertragbaren Tierkrankheiten. Das Europaparlament legte Wert darauf, dass die Maul- und Klauenseuche, die Blauzungenkrankheit, die Vogelgrippe, die klassische und die afrikanische Schweinepest als zu bekämpfende Seuchen im Text genannt werden. Es wird festgelegt, was beim Ausbruch der einzelnen Krankheiten zu tun ist, wobei sich an der bisherigen Praxis nichts ändert.

Die Kommission verschiebt in der Bekämpfung von Seuchen die Akzente. Zukünftig sollen ansteckende Tierkrankheiten möglichst im Vorfeld verhindert werden, um eine teure und leidvolle Bekämpfung zu umgehen. Einzelheiten zur Vorbeugung müssen von der Kommission noch festgelegt werden. Es geht unter anderem darum, wie häufig Veterinäre im Stall kontrollieren sollen. Größere Betriebe haben heute schon häufig Verträge mit Veterinären, die regelmäßig im Stall nach dem Rechten sehen. Auf kleinere Betrieben kämen bei vorgeschriebenen Kontrollen neue Kosten zu. Die EU-Kommission hat sich über neue Kontrollvorschriften noch nicht geäußert.

Als vorbildlich lobte die schwedische Europaabgeordnete Marit Paulsen von den Liberalen die neue Verordnung. Der Text sei einfach zu lesen und die Vorgaben im Fall von Tierseuchen würden gestrafft. Zudem würden bei der Seuchenbekämpfung auf die Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes, auf die Tiergesundheit und auf die Umwelt Bezug genommen, hob Paulsen hervor. (az)
stats