Gentechnik

Kommunikationsfalle "Opt-Out"

Die vorgeschlagenen Änderungen des deutschen Gentechnikgesetzes bereiten Biowissenschaftlern große Sorgen. Kritisiert wird insbesondere die wenig rational geführte Debatte. Von der vorgeschlagenen Opt-out-Regelung gehe eine Signalwirkung auf die Forschung aus, warnt der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO). Die „zwingenden Gründe“, mit denen künftig ein Anbauverbot erlassen werden kann, würden nur teilweise wissenschaftlicher Rationalität unterliegen. Gewarnt wird insbesondere vor "verschiedenen Akteuren", die zukünftig die Anbauverbote in den Zusammenhang mit einer Gefährdung stellen könnten.

Ablehnende Mehrheit reicht


Thema für den Bundesrat
Die EU erlaubt den einzelnen Mitgliedstaaten den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) zu verbieten. Die Umsetzung dieser Opt-out-Richtlinie in Deutschland wird am Freitag der Bundesrat diskutieren. (kbo)
Wenn man die Möglichkeit schaffe, gentechnisch veränderte Pflanzen mit Verweis auf nichtwissenschaftliche Gründe - zum Beispiel eine ablehnende Mehrheit - verbieten zu können, dann müsse gleichzeitig öffentlich benannt werden, dass es für ein solches Verbot eben keine wissenschaftliche Begründung gebe. Der Verband befürchtet, dass Interessensvertreter und Medien genau diese Transparenz kaum herstellen und in ihrer Kommunikation weiterhin per se eine Gefährdung durch zugelassene GVO suggerieren würden. Darüber hinaus benachteilige die Opt-out-Regelung Anbau und Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen in einem Maße, wie dies für andere Branchen – wie die Automobilbranche – kaum vorstellbar sei, heißt es weiter.

Unterzeichner des Statements sind: Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e. V.), die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG), die DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie, die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM), die Gesellschaft für Genetik (GfG), die Gesellschaft für Pflanzenzüchtung (GPZ), die Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie (GfPB), sowie der Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik (WGG). (kbo)

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