Grüne Woche

Kontrapunkt zur Großdemonstration


Gute Stimmung herrschte am Wochenende am Berliner Hauptbahnhof. Pünktlich um 09:00 Uhr rollten die ersten zunächst etwa 300 Teilnehmer ihre Transparente  auf dem "Washington-Platz" vor dem Bahnhof in Sichtweite des Kanzleramtes aus. Nach und nach trafen weitere Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet ein, bis schließlich etwa 600 überwiegend junge Landwirte sowie Vertreter aus Politik und Verbänden sich an Kundgebung beteiligten.

"Redet doch mit uns, statt dauern über uns", lautete eine der Forderungen. Die praktische Landwirtschaft scheue den Dialog nicht, vielmehr begrüße sie ihn. Doch stattdessen würden in der Regel Vereinigungen und Personen ohne genauere Kenntnisse der Abläufe in der Landwirtschaft in "unangemessener Weise" über diese urteilen. 

Die Kundgebung solle dagegen ein Zeichen setzen. Es sei "wunderbar, dass innerhalb von nur drei Wochen Vorbereitungszeit die Veranstaltung einen solch großen Zuspruch gefunden hat", freuten sich die Organisatoren. Zu lauter Rap-Musik  tanzte neben den Teilnehmern auch das Mitglied des Bundestages und Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Johannes Röring. Passanten erhielten im Vorbeigehen Päckchen mit Mettwurstenden. Im nächsten Jahr rechnen die Veranstalter mit einer noch weit höheren Beteiligung.

Unter dem Motto "Wir haben es satt!" demonstrieren seit fünf Jahren Vertreter unterschiedlicher Organisationen, darunter Öko-Anbauverbände und Tierschützer, zur Eröffnung der Grünen Woche. In diesem Jahr gingen sie unter anderem gegen Gentechnik und das Freihandelsabkommen TTIP auf die Straße. Letzteres stand im Mittelpunkt des Protests. (jst)




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