Glyphosat

Kontroverse um Funde in Muttermilch


Rückstände des Pflanzenschutzwirkstoffs Glyphosat sind bei einem Test im Auftrag der Grünen in Muttermilch nachgewiesen worden. Die Bundespartei berichtet, dass bei Stichproben von 16 Muttermilchpartien Glyphosat-Mengen zwischen 0,210 und 0,432 Nanogramm pro Milliliter Milch gemessen worden seien. Harald Ebner von den Grünen sagt angesichts eines Grenzwertes für Glyphosat in Trinkwasser von 0,1 Nanogramm pro Millimeter: „Jetzt muss wirklich Schluss sein mit der Glyphosat-Verharmlosung.“

Die Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG) hingegen bedauert das Echo, das die Bekanntgabe der Analysenergebnisse heute in den Medien hervorgerufen hat. Viele Familien seien verunsichert worden. Den Vergleich zu Trinkwasser-Grenzwerten bezeichnet die AGG als „irreführend“. Denn dabei handele es sich nicht um einen toxikologischen Grenzwert, sondern um die analytische Nachweisgrenze. Dank der immer besseren wissenschaftlichen Analytik seien heute viele Umweltchemikalien auch in kleinsten Mengen nachweisbar. Die von den Grünen gemeldeten Glyphosat-Konzentrationen in Muttermilch würden „Fachleute weder überraschen noch beunruhigen“, meint die AGG. „Nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen geben sie keinen Anlass zur Sorge“, beteuert die Arbeitsgemeinschaft. (db)
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