Mindestlohn

Korrekturen müssen weiter gehen


Die Vereinfachungen bei der Dokumentationspflicht gehen jetzt auch dem Bayerischen Bauernverband nicht weit genug. Er kritisiert, dass die Erleichterungen nicht für die Arbeitgeber in der Landwirtschaft und im Gartenbau gelten. 


Nach Nachbesserungen durch Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) müssen auf dem Hof mitarbeitende Familienangehörige ihre Arbeitszeiten künftig nicht mehr dokumentieren. Auf den ersten Blick wirkten die angekündigten Änderungen wie ein erster Schritt in die richtige Richtung, sagt Hans Müller, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes. Doch unterm Strich brächten sie in den Bereichen Landwirtschaft und Gartenbau rein gar nichts.


Denn in landwirtschaftlichen Betrieben kommt derzeit auch noch das Arbeitnehmer–Entsendegesetz zur Anwendung. „Für viele Familienbetriebe, die mit Aushilfen und Saisonarbeitskräften ihre Arbeitsspitzen bewältigen und die Ernte einbringen, bedeuten die Dokumentationspflichten im Arbeitnehmer-Entsendegesetz eine bürokratische Überlastung“, so Müller.  


Landwirtschaft und Gartenbau fallen noch bis Ende 2017 unter das Arbeitnehmerentsendegesetz. Dort existieren weiterhin umfangreiche Aufzeichnungspflichten. Erst ab 2018 soll das Mindestlohngesetz gelten. (kbo)
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