Das BfR hat die Monografie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) zur gesundheitlichen Bewertung von Glyphosat geprüft und seine Einschätzung an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) übermittelt.

Im nächsten Verfahrensschritt hat das BVL die deutsche Einschätzung an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) weitergeleitet. Nun wird die Efsa diese zur Konsultation an alle EU-Mitgliedsstaaten senden. Zum Schutz des behördlichen Entscheidungsprozess auf europäischer Ebene sind die Berichtsunterlagen vor Abschluss des Verfahrens nicht öffentlich zugänglich, teilt das BfR mit.

Somit ist es jetzt möglich, dass die Einschätzung der IARC-Monografie noch als Teil der Neubewertung von Glyphosat im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung erfolgt. Die Einschätzung wird unter Berücksichtigung sämtlicher Kommentare aus den EU-Mitgliedsstaaten auf einem abschließenden Efsa-Expertentreffen diskutiert und abgestimmt, so dass das Ergebnis der gemeinsamen Beratung in die finale EFSA-Empfehlung an die EU-Kommission einfließen kann.

IARC: Glyphosat "wahrscheinlich krebserzeugend"

Die IARC, eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen (Gruppe 2A)“ eingestuft. Die vollständige Monographie, die erklärt wie die IARC zu ihrer Einschätzung kam, wurde am 29. Juli 2015 veröffentlicht.

Glyphosat wird wie jeder andere Pflanzenschutzmittelwirkstoff im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung turnusmäßig neu bewertet. Als Berichterstatter für die gemeinschaftliche Prüfung und Bewertung von Glyphosat wurde Deutschland von der EU-Kommission bestimmt. Das BfR wurde mit der Bewertung des gesundheitlichen Risikos des Wirkstoffes beauftragt. Diese Bewertung lag der Efsa am 1. April vor. Weil die IARC ihre Einstufung Ende März veröffentlicht hat, konnte sie in der ersten BfR-Bewertung keine Berücksichtigung finden.

Die EFSA wird auf Grundlage des überarbeiteten Gesamtberichts eine Empfehlung für die Europäische Kommission erarbeiten. Die Europäische Kommission entscheidet in Abstimmung mit allen europäischen Mitgliedsstaaten über die erstmalige oder erneute Genehmigung eines Pflanzenschutzmittelwirkstoffes. Nur genehmigte Wirkstoffe können im zonalen Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel aufgenommen und für einzelne Mitgliedsstaaten zugelassen werden. (brs)
 
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