EEG-Umlage

Kritik an hohen Strompreisen wächst

"Die EEG-Umlage steigt zum Jahreswechsel auf 6,88 Cent und belastet die bayerischen Unternehmen allein 2017 mit Kosten von rund drei Milliarden Euro", sagte der Chef des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), Peter Driessen kürzlich in München. Driessen kritisiert die hohen Strompreise. „Unsere Betriebe bezahlen bereits jetzt die dritthöchsten Strompreise in Europa. Einmal mehr rächt sich der fehlende Netzausbau auf Kosten von Unternehmen und Verbrauchern. Vor allem die bayerische Industrie kann diese finanzielle Bürde nicht länger tragen. Um eine Abwanderung der Industrie aufzuhalten, sei ein Systemwechsel erforderlich.

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist geregelt, dass der Ausbau des Ökostroms vor allem über eine Abgabe der Stromkunden in Privathaushalten und Industrie zu finanzieren ist. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) beklagt, seit 2008 sei der Industriestrompreis um ein Viertel gestiegen. "Die Politik muss endlich handeln", fordert deshalb auch vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Einig sind sich beide Verbände in der Forderung, die EEG-Umlage sofort zu deckeln. Driessen will die Umlage danach auch auf Heizenergie ausweiten und auf 2 Cent senken, Brossardt dagegen will das EEG abschaffen und Marktpreise für erneuerbare Energien einführen. "Wer die EEG-Umlage senken und eine neue Abgabe auf Heizöl und Gas einführen will, verschleiert das Problem nur", kritisierte er. (HH)
stats