US-Regierung

Kritiker von Biosprit am Ruder

Die jüngste Entscheidung des künftigen US-Präsidenten ist für Rick Perry als Energieminister gefallen. Der langjährige Gouverneur von Texas galt laut den US-Agrarmedien auch als Favorit für das Landwirtschaftsministerium. Wenn er ab 2017 das Energieressort führt, äußert Chris Clayton, Kolumnist für die Zeitschrift Progressive Farmer, jedoch Bedenken. Perry, der wie sein künftiger Chef im Weißen Haus den Klimawandel bezweifelt, könnte die USA weg von erneuerbaren Energien und wieder zurück zu Öl und anderen fossilen Brennstoffen lenken. Bislang hat sich der Texaner jedenfalls kritisch gegenüber dem Renewable Fuels Standard (RFS) geäußert, der den Absatz von Biosprit in den USA sichert. Das gleiche gilt für Rex Tillerson, der als Außenminister nominiert ist. Er ist bislang Chef des weltgrößten Energiekonzerns Exxon Mobil.

Es geht um 135 Mio. t Mais

Sorgen bereitet der US-Agrarbranche in dem Zusammenhang ebenfalls die Entscheidung für Scott Pruitt als künftiger Chef der US-Umweltbehörde (EPA). Auch er gilt als enger Vertrauter der Kohle- und Ölindustrie. Wenn Pruitt die EPA leitet, ist er für die Beimischungsziele im RFS zuständig. Sie sind für 2017 zunächst angehoben worden, was wiederum für die US-Erzeuger sicheren Absatz für 135 Mio. t Mais schafft – ein wichtiges Argument angesichts der zu vermarktenden Rekordernte 2016.

Bislang galten die Republikaner als Stütze der US-Ethanolpolitik. Auch Trump hatte sich im Wahlkampf wiederholt sehr positiv über die Ethanolerzeugung als Beitrag zur Wirtschaftskraft des US-Agrarsektors geäußert. (db)
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