Facebook-Polemik

Kuhhandel für Habeck


100 Prozent Tierwohl, Bio und Artenvielfalt in Schleswig-Holstein. Zudem völliger Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutz. Das verspricht der Landesbauernverband Ressortchef Habeck via Facebook. Doch wie alle Angebote, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein, hat dieser „Grüne Deal“ einen, beziehungsweise mehrere Haken.

So fordern die Landwirte im Gegenzug in ihrer Polemik, vom Land Schleswig-Holstein zum Landesmindestlohn von 9,18 € je Stunde fest angestellt zu werden – 30 Tage Urlaub, Streikrecht und 38,5-Stunden-Woche inklusive. Anträge und Dokumentationen, etwa für Direktzahlungen, wollen die Erzeuger zudem an das Landesamt LLUR abgeben, statt diese, wie bisher, nach Feierabend zu bearbeiten.

Da für 9,18 € je Stunde selbständiges Denken zu viel verlangt sei, würden die Landwirte die wirtschaftliche Verantwortung komplett an Minister Habeck als ihren „Chef“ übertragen. Dazu würde die Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zählen. Außerdem wäre die Planung und Finanzierung von „Tierwohlställen“ Chefsache.

Der Zuspruch der Wähler wäre Minister Habeck so sicher, bilanziert der Bauernverband. Ob die Landwirtschaft so wirtschaftlich erfolgreich oder überhaupt noch durchgeführt werden könne, stellen die Interessenvertreter grundsätzlich in Frage. (pio)
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