Die Brancheninitiative Tierwohl (ITW) will Verbraucher besser informieren. Bisher konnten Einzelhändler ihren Kunden nur auf Plakaten und Handzetteln mitteilen, dass sie sich an der Initiative beteiligen und einen Betrag von 4 Cent je verkauftem Kilogramm Fleisch in einen Tierwohlfonds einzahlen. Ab April 2016 können teilnehmende Handelsunternehmen auf Verpackungen, an der Bedientheke sowie im direkten Produktumfeld auf die Initiative aufmerksam machen, teilte die ITW mit. Möglich seien unter anderem Hinweise auf Produktverpackungen, an Bedientheken sowie im unmittelbaren Produktumfeld – beispielsweise auf Deckenhängern, an Einkaufswagen oder an SB-Regalen. Wie bisher könnten die Handelsunternehmen selbst frei entscheiden, ob und in welchem Umfang sie von der Kundeninformation zur ITW Gebrauch machen möchten.

Handel zahlt für mehr Tierwohl im Stall
Seit dem 1. Januar 2015 führen die teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels vier Cent pro verkauftem Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisch an die Initiative Tierwohl ab. Damit werden Landwirte honoriert, die in ihren Betrieben bestimmte Kriterien für mehr Tierwohl umsetzen. Schon jetzt werden rund 2.900 schweine- und geflügelhaltende Betriebe gefördert. Damit profitieren über 12 Millionen Schweine und 255 Millionen Hähnchen und Puten von den Maßnahmen. Damit ist die Initiative Tierwohl nach eigener Einschätzung in der Breite wirksamer als jedes andere bisher entwickelte System.
Die Maßnahmen machen die Kunden darauf aufmerksam, dass sie sich für den Kauf in einem Geschäft entschieden haben, das die ITW unterstützt. „Dies bedeutet aber nicht, dass das einzelne Produkt auch tatsächlich aus einem an der Initiative Tierwohl teilnehmenden Betrieb stammt“, unterstreicht Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der ITW. „Auf diesen Umstand weisen insbesondere die Informationen auf den Verpackungen explizit hin. Wir haben uns zum jetzigen Zeitpunkt aus verschiedenen Gründen bewusst gegen ein Labelling entschieden. Herkunftssiegel und andere Kennzeichnungen gibt es bereits in großer Zahl – diese Systeme verfolgen aber meist einen anderen Ansatz. Unser Ziel ist es, das Wohl der Nutztiere von der Kaufentscheidung des Verbrauchers zu entkoppeln und angebotsseitig eine tiergerechtere Fleischerzeugung in der Breite zu fördern.“

Die erweiterten Kommunikationsmaßnahmen sollen den Verbrauchern die Initiative Tierwohl näherbringen und verdeutlichen, welchen Beitrag die Partner des Lebensmitteleinzelhandels und die gesamte Branche zur Verbesserung des Tierwohls leisten, so Hinrichs. Dieser Ansatz sei vielfach noch unbekannt und daher erläuterungsbedürftig. (SB)
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