"Sowohl das geplante staatliche Tierwohllabel als auch die Initiative Tierwohl sind zwei gute, sich ergänzende Projekte", sagte Bernhard Kühnle vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin. Das Label sei seit mehr als zehn Jahren im Gespräch, so der Abteilungsleiter Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit im Ministerium auf der Jahrestagung des Deutscher Verband Tiernahrung (DVT) am Donnerstag. Die Zeit für ein derartiges Label sei nun offenbar reif geworden, keinesfalls habe der Agrarminister eine "Reißleine" gezogen, betonte er. Es sei sicher sinnvoll, höhere Aufwendungen für ein von der Gesellschaft gefordertes "Mehr" an Tierwohl" auch zu vergüten, so Kühnle.

Auch nach Aussage von Werner Schwarz, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), habe die Initiative Tierwohl bewiesen, dass die Landwirtschaft bereit sei, sich auf neue Anforderungen einzustellen. Jedoch könne gefordert werden, dass sich alle Stufen der Wertschöpfungskette Lebensmittel daran beteiligen und Kosten übernehmen, so Schwarz. Als dringend notwendig erachte eine gewisse öffentliche Unterstützung für den landwirtschaftlichen Sektor von der Seite der Politik und Regierung. Als positives Beispiel für einen solchen Prozess nannte Schwarz das Land Schweden. Auch dort habe ein großer gesellschaftlicher Druck zu Veränderungen in der Landwirtschaft geführt. Dies sei jedoch zu einem gewissen Zeitpunkt von der Politik anerkannt und unterstützt worden. Seitdem habe sich die Diskussion in Schweden versachlicht und sei Ruhe in die oft kontrovers geführte Debatte eingekehrt, unterstrich der DBV-Vize. (jst)
stats