„Rund 36.000 Menschen verdienen in unseren Agrarbetrieben ihr Lohn und Brot“, so fasst der brandenburgische Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) die Situation zusammen und sieht das Land als starken Agrarstandort profiliert.

Die 1,1 Mrd. € EU-Mittel im Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes), die für Brandenburg aus Brüssel für die Jahre 2007 bis 2013 bereitgestellt wurden, sind ausgegeben. Mehr als 3.800 Projekte im ländlichen Raum erhielten Unterstützung. 400 Arbeitsplätze seinen neu geschaffen worden, 600 erhalten, so die Bilanz des Ministers.

Wichtig für ein Flächenland wie Brandenburg sei auch die Förderung von 44.000 Breitbandanschlüssen, davon 7.000 gewerblich. Diese Infrastrukturmaßnahmen seien vor allem wichtig, damit „junge Leute in ihrer Heimat bleiben können“, so der Minister: „Schon deshalb muss der Erhalt einer flächendeckenden Landwirtschaft weiter unser Ziel bleiben.“

Kein Platz für Neiddebatten

Für eine Neiddiskussion und ein Ausspielen von großen und kleinen Agrarbetreiben hat der Minister hingegen ebenso wenig Verständnis wie für die Diskussion zum Thema Massentierhaltung. Landwirtschaft brauche Modernisierung. Bei einem Investitionsstopp wächst die Gefahr, dass vorhandene Altanlagen nicht mehr den Anforderungen an zeitgemäße Tierhaltung entsprechen.

Typisch für Brandenburg sei die Tierhaltung im Außenbereich. Die Tierbesatzdichte ist mit 0,5 Großvieheinheiten je Hektar gering und im Bundesvergleich unterdurchschnittlich, schreibt Vogelsänger.

Die Neuausrichtung der Europäischen Agrarreform entspreche weitestgehend den Forderungen der Agrarminister der ostdeutschen Länder. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass für Brandenburg weniger Geld zur Verfügung stehen wird“, so der Minister. Die nationale Umsetzung der GAP-Reform dürfe aber nicht auf Kosten der ostdeutschen Strukturen gehen.

„Eine Umverteilung der ELER-Mittel (2. Säule) zwischen den Bundesländern würde ebenso von Ost nach West erfolgen und die Entwicklung der ländlichen Räume und die Agrarumweltmaßnahmen inklusive des Ökolandbaus schwächen.“
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