Blauzungenkrankheit

Land zahlt für Impfungen

Das Land Baden-Württemberg und die Tierseuchenkasse unterstützen den Kampf gegen die Blauzungenkrankheit mit 1 Mio. €.  Das Geld soll für die Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen genutzt werden. Die Impfung stellt den einzig wirksamen Schutz vor einer Erkrankung dar und erspart den Tieren unnötige Schmerzen und Leid, stellt das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg fest.

Das Land wird die Impfstoffkosten bei Ziegen vollständig übernehmen. Bei Rindern und Schafen trägt es bis zu 50 Prozent der Impfgebühren. Das Land stellt bis zu 700.000 € für die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit bereit. Gemeinsam mit der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg, die die Impfstoffkosten bei Rindern und Schafen vollständig erstattet, stellen Land und Tierseuchenkasse über 1 Mio. Euro zur Verfügung.

Viele Erkrankungen in Frankreich

Seit September 2015 wurde in Frankreich in über 210 Nutztierhaltungen die Blauzungenkrankheit nachgewiesen. Die Sperrzone, die im Umkreis von 150 Kilometer um die betroffenen Betriebe eingerichtet wurde, umfasst zwischenzeitlich den größten Teil Frankreichs und ist rund 60 Kilometer von der deutsch-französischen Grenze in Südbaden entfernt. Allein in diesem Jahr wurden bereits 64 Ausbrüche der Blauzungenkrankheit in Frankreich gemeldet. In Österreich wurde seit November 2015 ein weiterer Serotyp des Blauzungenvirus (BT-Virus) in der Steiermark und im Burgenland nachgewiesen. Ob und wie schnell sich diese beiden Seuchengeschehen auf Baden-Württemberg ausdehnen werden, hänge von den weiteren Entwicklungen in den Nachbarländern ab, stellt das Ministerium fest. Wichtige Faktoren seien dabei das Wetter und damit zusammenhängend die Aktivität der Stechmücken, die das Virus übertragen.

Zweiter Subtyp in Österreich nachgewiesen

Wegen der Nähe zu Frankreich und der größeren Gefahr der Einschleppung des Virustyps BTV 8 (engl. Bluetongue virus, kurz BTV, Serotyp 8) sollten die Tiere insbesondere gegen das dort nachgewiesene Virus geimpft werden. Da eine Einschleppung des BT-Virustyps 4 aus Österreich nach Deutschland ebenfalls nicht ausgeschlossen werden kann, empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfängliche Tiere gleichzeitig gegen die beiden Virustypen BTV 4 und 8 impfen zu lassen. Den Tierhalterinnen und Tierhaltern entstehen keine höheren Impfstoffkosten, da das Land und die Tierseuchenkasse die Kosten für den Impfstoff komplett übernehmen. (SB)
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