Milchmarkt

Landwirte brauchen Sofortmaßnahmen


Der Bauernverband in Sachsen hält es angesichts hoher Milch-Produktionskosten für unumgänglich, den Interventionspreis für Milch von aktuell 21 auf 30 Cent/kg anzuheben. Konkrete Sofortmaßnahmen fordert der Präsident des Bauernverbandes in Sachsen, Wolfgang Vogel. Der Milchmarkt müsse wieder "auf die Beine gebracht werden". Dieses Anliegen will er auch beim Deutschen Bauerntag vom 23. bis 25. Juni 2015 in Erfurt zur Sprache bringen.

Die Hoffnungen, dass es durch die Abschaffung der Milchquote zum 1. April 2015 zu einer Besserung der Preise komme, hätten sich nicht bewahrheitet. Vielmehr hätten die Verhandlungen über die Milchpreise zwischen den Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel verheerende Ergebnisse erbracht. "Fünf Cent je Kilogramm Milch weniger bei der Trinkmilch und 10 Cent je Kilogramm weniger für Butter sind einfach nicht mehr hinnehmbar", sagte Vogel heute. „Zwei deutsche Molkereien haben hier wieder einmal bewiesen, dass ihnen die Auszahlungspreise an uns Bauern völlig egal sind. Deren Angebote waren es, die einen erneuten Preisrutsch in der weißen Linie für die Dauer von sechs Monaten verursachten“, so Vogel.

Ihre Sorgen um die Krise am Milchmarkt bringen auch die Agrarminister von Bündnis90/Die Grünen zum Ausdruck. Mit einem Positionspapier wenden sie sich an die Bundesregierung und fordern wirksame Kriseninstrumente zur Sicherung der bäuerlichen Milcherzeugung.  Die grünen Agrarminister sehen dringend Handlungsbedarf. In einer Pressekonferenz in Berlin stellen sie am Freitag notwendige Kriseninstrumente im Milchmarkt vor. (da)
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