Agrarförderung

Landwirte brauchen Zeit für Geodaten-Antrag

Landwirte und Behörden stehen vor einer Umstellung der Systeme für die flächenbezogenen EU-Agrarfördermittel. Nach EU-Recht müssen die Mitgliedstaaten aus Transparenz- und Kontrollgründen Systeme zur Identifizierung landwirtschaftlicher Parzellen einrichten, die auf IT-gestützten geografischen Informationssystemen basieren.

Die Landwirte seien zum jetzigen Zeitpunkt nur unzureichend auf die kommende Antragstellung, deren Schlusstermin am 15. Mai 2016 ist, vorbereitet und informiert, erklärt der Deutsche Bauernverband (DBV). Er appelliert deshalb an die Behörden von Bund und Ländern, die Landwirte frühzeitig über anstehende Änderungen für die Antragstellung im Rahmen der EU-Agrarförderung zu informieren. Die bevorstehende Umstellung auf geodatenbasierte Systeme für die Förderanträge müsse gut vorbereitet werden. Die neue Antragsstellung solle einfach und praktikabel gestaltet, bürokratischer Mehraufwand und überbordender Abstimmungsbedarf mit den Behörden vermieden werden, fordert der DBV.

Schulungen frühzeitig anbieten

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken wandte sich zudem in seinem Schreiben an die Amtschefs der Agrarministerien von Bund und Ländern und bekräftigte, dass die Verwaltungen unter anderem Informationsveranstaltungen, Schulungen, Beispielvideos, Best-Practice-Fälle und praktikable EDV-Anwendungen frühzeitig anbieten sollten. Zudem forderte er, dass es beim Übergang auf geodatenbasierte Antragssysteme in keinem Bundesland zu Verlusten flächenbezogener Zahlungen, umstellungsbedingten Sanktionen und verzögerten Auszahlungen kommen dürfe. Die Landwirte hätten mit dem Systemwechsel nach den zahlreichen Neuregelungen der jüngsten Reform der EU-Agrarpolitik, insbesondere durch die Einführung des Greening im Jahr 2015, erneut einen erheblichen Mehraufwand.

Für einen vollständigen Systemwechsel innerhalb der 13 in Deutschland etablierten Feldblock-, Flurstück-, Schlag- und Feldstücksysteme ist seitens der EU ein Zeitrahmen bis 2018 vorgesehen. Bayern und Thüringen haben die geodatenbasierte Antragstellung freiwillig bereits 2015 eingeführt. Diese Form der Antragstellung bedeutet für Landwirte und Verwaltungen eine grafisch genaue Identifizierung landwirtschaftlicher Flächen nach Größe und Lage auf Basis digital erfasster Daten für alle flächenbezogenen Beihilfen im Rahmen der EU-Agrarförderung. (mrs)
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