Mit rund 2000 demonstrierenden Landwirten vor dem Berliner Hauptbahnhof und dutzenden parallelen Kundgebungen deutschlandweit stimmen sich Landwirte auf den immer bedeutender werdenden Dialog mit kritischen Verbrauchern ein. So kann die Initiative "Wir machen Euch satt", die von den konventionell wirtschaftenden Landwirten Katrin Seeger, Nadine Henke und Marcus Holtkötter zum zweiten Mal anlässlich der Grünen Woche auf die Beine gestellt wird, deutlich mehr Menschen als bei der kurzfristig organisierten Premiere im vergangenen Jahr mobilisieren.


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Zahlreiche Redner auf der Kundgebung heute Vormittag am Bahnhof betonen wie wichtig es sei, mit guten Argumenten gegen die negative Darstellung der Landwirtschaft in Deutschland vorzugehen. "Natürlich wollen wir auch faire Preise. Aber vor allem wollen wir fair behandelt werden", bringt es eine Landfrau auf den Punkt.


Die Biobäuerin Monika Mayer stellt noch einmal klar, dass sich eine fleischlose Ernährung und ökologische Landwirtschaft aufgrund des Kreislaufgedankens ausschließen. "Wir brauchen den Dung der Tiere für die Fruchtbarkeit unserer Felder", so Mayer. Sie empört sich über die "gemeine Volksverdummung", wie sie aktuell mit den soeben erschienenen Fleischatlas des BUND geschehe.

Dass man wohl noch am Anfang des Dialogs mit dem Verbraucher steht, verdeutlicht eine Landwirtin aus Brandenburg. Gerade erst in dieser Woche habe in ihrem Bundesland ein Volksbegehren Erfolg gehabt, das gegen die sogenannte Massentierhaltung vorgehe. Dabei gebe es in Brandenburg im Schnitt nur 0,3 Großvieheinheiten (GV) pro Hektar. Selbst der Biolandbau empfehle 1 bis 2 GV pro Hektar, ärgert sie sich.

Die Demonstration heute Vormittag vor dem Hauptbahnhof trifft auf reges mediales Interesse. Um 12 Uhr startet auf dem Potsdamer Platz eine weitere Demonstration. Die von verschiedensten NGOs organisierte Kampagne "Wir haben es satt" rechnet mit 30.000 Teilnehmern. Sie war der Auslöser für das Engagement der Landwirte bei "Wir machen Euch satt." (kbo) 







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