Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zeigt sich die EU-Kommission weiterhin „kompromisslos“ in Sachen Superabgabe. So würden Forderungen nach einer Verringerung der Strafabgabe, etwa durch eine Anpassung der Fettkorrekturfaktoren, nicht unterstützt, berichtet DBV-Milch- und Vizepräsident Udo Folgart jetzt nach einem Gespräch mit Vertretern der EU-Kommission.

Folgart befürchtet eine „harte“ statt einer „sanften Landung“ beim Auslaufen der Milchquote im April 2015, wenn keine Anpassung an die „endlich erfreulicheren“ Marktverhältnisse erfolge. Im laufenden Milchwirtschaftsjahr 2013/14 droht Deutschland wegen Überlieferung der Milchquote nach Berechnungen der agrarzeitung (az) eine Superabgabe von 100 Mio. €. Der DBV geht von einer Zahlung in zweistelliger Millionenhöhe aus und fürchtet, dass vor allem Junglandwirte durch die Strafabgaben von Investitionen abgehalten würden.

Auch der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) hält die Superabgabe für „problematisch“, wie er am Donnerstag nach einem Milchgipfel in der Bayerischen Vertretung in Brüssel mitteilte. Brunner forderte des Weiteren ein flexibles Sicherheitsnetz zur Stabilisierung des Milchmarkts nach dem Quotenende. Er sprach sich dafür aus, den Interventionszeitraum auf das ganze Jahr auszudehnen und Interventionsmengen und -preise an die gestiegenen Produktionskosten anzupassen. (az)
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