Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und TransnetBW haben ihre Vorschläge für den Verlauf von SuedLink veröffentlicht. Die Bundesnetzagentur erwartet in Kürze einen Antrag auf Genehmigung eines Korridors, in dem die Leitungen verlaufen werden. Die Öffentlichkeit soll daran beteiligt werden.  Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, kündigte an, den Antrag sowie Alternativen sorgfältig zu prüfen: "Erst am Ende des Verfahrens steht fest, durch welche Bundesländer und Regionen die Leitung führen wird.“

Die Leitungen sollen vorrangig unterirdisch als Erdkabel verlegt werden. Die dabei angewendete Gleichstromtechnologie ermöglicht einen verlustarmen Transport von Strom über weite Strecken. Die Inbetriebnahme ist ab dem Jahr 2025 geplant. Bis Ende April sollen alle Anträge gestellt sein. (da)
Landwirte in Thüringen lehnen die am Mittwoch von Netzbetreiber Tennet vorgelegte Variante für eine neue Stromtrasse durch Thüringen entschieden ab. "Die Planungen für den SuedLink belasten die Landwirte in massiver Weise, ohne dass eine angemessene Entschädigung sichergestellt ist", sagte Dr. Klaus Wagner, Bauernpräsident in Thüringen. Immerhin seien die Landwirte schon durch die  SuedOstLink-Trasse belastet.

Entschädigungen müssen mehr als Einmalzahlungen sein

Wagner fordert eine faire Lastenverteilung zwischen Ost und West sowie gesicherte Entschädigungen, die  über Einmalzahlungen hinausgehen müssten. Es sei nicht nachzuvollziehen, so Wagner, warum Tennet die Erdkabelstromtrasse ausgerechnet nach Osten verschieben will, obwohl ein weiter westlich entlangführender Verlauf deutlich kürzer wäre. Unklar seien auch die Folgen, die Erdkabel für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung haben - beispielsweise Austrocknung und Bodenerwärmung.

Der TBV wird sich bei der Bundesnetzagentur für Korrekturen einsetzen und auf die weiter westlich verlaufende Alternativroute drängen. Er fordert alle betroffenen Landwirte auf, ihre Einwände bei Bundesnetzagentur vorzubringen. (da)
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