Umweltbundesamt

Landwirte sollen weniger spritzen


Das Umweltbundesamt (UBA) rät in einem „5-Punkte-Programm für einen nachhaltigen Pflanzenschutz“ zum Umdenken beim Pflanzenschutz auf dem Acker. „Chemischer Pflanzenschutz ist ohne Zweifel risikobehaftet, denn wenn die Mittel wirken, dann nicht ohne Nebenwirkungen für die Umwelt“, erklärt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Besonders wichtig sei, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln insgesamt deutlich zu minimieren und stärker auf Alternativen zu setzen.

5-Punkte-Programm des UBA
  1. Einsatz minimieren
  2. Risiken identifizieren, quantifizieren und kommunizieren
  3. Risikomanagement optimieren
  4. Unvermeidbare Auswirkungen kompensieren
  5. Externe Kosten internalisieren
Krautzberger ist davon überzeugt, dass der „massive Einsatz“ chemischer Pflanzenschutzmittel einer der Hauptgründe für den Verlust der biologischen Vielfalt auf Äckern ist. Dass es anders geht, zeige der Ökolandbau, der weitgehend auf Pflanzenschutzmittel verzichtet. Mit dem 5-Punkte-Programm will das UBA vor allem ein Umdenken bei der konventionellen Landwirtschaft anstoßen.

Krautzberger fordert, in einer Risiko-Nutzen-Diskussion darüber nachzudenken, wer „die Kosten, die der chemische Pflanzenschutz durch Schäden an der Umwelt anrichtet, tragen soll“. Eine Möglichkeit könnte ihrer Meinung nach eine Abgabe auf Pflanzenschutzmittel sein. Wichtig sei dabei, dass die Gelder für eine nachhaltige Gestaltung des Pflanzenschutzes und Kompensation der bereits entstandenen Schäden eingesetzt werden. (SB)
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