Die Milchproduktion trifft es besonders hart.
-- , Foto: H.D. Volz/Pixelio
Die Milchproduktion trifft es besonders hart.

Von der gegenwärtig schwierigen Lage sei insbesondere der tragende Bereich der Milchproduktion betroffen, sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) bei der Vorstellung des Agrarberichts 2015. Sowohl die Milch als auch die Veredlung hätten in den vergangenen zwei Jahren zu einer sehr zufriedenstellenden Entwicklung der landwirtschaftlichen Einkommen beigetragen. Diese Entwicklung setze sich nach derzeitigen Erkenntnissen jedoch nicht fort. Auch für andere landwirtschaftlichen Bereiche rechne er mit Rückgängen der Einkommen.

Eine klare Absage erteilte Schmidt in der heutigen Befragung der Bundesregierung zum Agrarbericht Eingriffen zur Marktstützung. Dafür seien die noch vorhandenen Instrumente zur Krisenbewältigung ausreichend. Auch zu Zeiten der früheren Milchquotenregelung sei der Erzeugerpreis für Milch auf bis zu 20 Cent pro kg gesunken.

Milcherzeugern, die unter hohen Belastungen der durch Überschreiten der Milchquote entstehenden Superabgabe leiden, könnten durch besondere Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geholfen werden, sagte Schmidt. Derzeit würden wieder volatile Verhältnisse an dem Märkten herrschen, beantworte er eine Anfrage des Abgeordneten Friedrich Ostendorff von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Er sehe als Antwort eher die Lösung in Verbesserungen und Stützung der Strukturen in den ländlichen Räumen.

Als Zielgröße für einen tragfähigen Milchpreis nannte Schmidt 35 Cent/kg. Dieser sei bei einer Normalisierung des Exportgeschäftes auch wieder zu erreichen, zeigt er sich zuversichtlich. Den wirtschaftlichen Schaden für die Land und Ernährungswirtschaft durch den Ausfall der Exporte nach Russland bezifferte Schmidt mit rund 600 Mio. €. (jst)

Agrarbericht 2015
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