VW-Autostadt

Landwirte wehren sich gegen Kritik


Mit Fassungslosigkeit und Wut reagieren Bauern in ganz Deutschland auf Vorwürfe, die die VW-Autostadt auf ihrer Netzseite über die Qualität tierischer Produkte verbreitet. Von „Antibiotika- und Hormonbelastung von Fleischprodukten“, die zu gesundheitlichen Problemen führt, ist auf der Homepage der VW-Autostadt die Rede. Durch übermäßige Hormonbehandlung und Zufuhr von Antibiotika würden Schweine aus Mastbetrieben als besonders problematisch gelten.

Auf der Homepage heißt es beispielsweise: „Tierische Milch enthält alle Medikamente, mit denen das milchgebende Tier behandelt oder gefüttert wurde: Antibiotika, Wurmkuren. Diese werden im Darm nicht aufgeschlossen und gelangen teilweise direkt ins Blut. Durch die Verfütterung genveränderter Futterpflanzen ist ein Gesundheitsrisiko für die Verbraucher auch bei Milchprodukten nicht auszuschließen. Wer diese Risiken minimieren möchte, sollte konsequent nur Bio-Produkte verwenden.“

Außerdem warnen die VW-Köche der zehn Restaurants, dass Kuhmilch Wachstumsfaktoren enthält, die in Studien mit der Entstehung von Tumoren wie Brust-, Darm- und Prostatakrebs in Verbindung gebracht werden. Alternativen seien daher Hafer-, Dinkel- oder Mandelmilch. Auch die Eier kommen nicht gut weg. Sie würden „reichlich Cholesterin sowie den höchsten Anteil an Fäulnisbakterien aller Nahrungsmittel“ enthalten. Da auch Eier Rückstände von Antibiotika und anderen Medikamenten enthalten könnten, sei auch hier ein konsequenter Einsatz von Bio-Eiern zu empfehlen.

„Über die Verbreitung solcher Unwahrheiten durch einen Weltkonzern sind wir entsetzt“, so Bauernverbands-Präsident Werner Schwarz. Obwohl einige der schlimmsten Vorwürfe mittlerweile von der Autostadt-Netzseite entfernt wurden, hält der Bauernverband an seiner Kritik an VW fest: „Die Netzseite strotzt weiterhin von Falschaussagen über die Nutztierhaltung in unserer klassischen Landwirtschaft“ macht Schwarz klar und fordert die VW-Verantwortlichen dazu auf, das Gespräch mit den Bauern zu suchen. „Das hätten wir erwartet, bevor VW mit solch massiven Anwürfen in die Öffentlichkeit geht“, so Schwarz. „Wir erwarten, dass VW die Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und entsprechend korrigiert. Gerne bieten wir als Berufsstand dazu unsere Unterstützung an“. (da)
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