Greening

Landwirte wollen Testphase


Die Umsetzung der EU-Agrarreform wirft nach wie vor viele Fragen auf. Vor allem fragen sich Landwirte, wie sie ökologische Zusatzleistungen erbringen können. Erfahrungen von Betriebsleitern zufolge wird das Ziel, ökologische Zusatzleistungen im Sinne der EU-Agrarreform zu erbringen, durch „unsinnige Umsetzungsregeln“ torpediert.

Nach einer Zusammenstellung des Landesbauernverbandes in Brandenburg müssen beispielsweise bestehende Gewässerschonstreifen, die mehr als 20 m breit sind, verkleinert werden, wenn sie als ökologische Vorrangstreifen anerkannt werden sollen.

Status 'Acker' per Umbruch erhalten

Mit einer weiteren Umsetzungsregel würden Landwirte aufgefordert, eine gepachtete Ackerfläche auch als solche wieder an den Verpächter zurückzugegeben, und nicht als Grünland mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten und gemindertem Wert. Die gleiche Situation bestehe, wenn ein Betrieb mehrjährige Futterpflanze wie Klee oder Gras auf Ackerflächen anbaut, um damit die Tiere mit betriebseigenem Futter zu versorgen. Auch diese Flächen müssten samt Aufwuchs umgebrochen und anschließend beispielsweise Mais ausgesät werden, damit der Status „Acker“ erhalten bleibe.

Testjahr gefordert

Mit solchen Anforderungen entsteht den Betrieben sowie den Verwaltungen ein „erheblicher bürokratischer Mehraufwand“, beklagt der Landesbauernverband. Zudem behielten derzeit nur wenige Landwirte den Durchblick bei den Greening-Vorgaben. Daher fordern ostdeutsche Landwirtschaftsverbände, das laufende, erste Jahr der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) als „Testjahr“ zu behandeln. Dies würde nach ihrer Vorstellung bedeuten, dass Landwirte auf unbeabsichtigtes Fehlverhalten hingewiesen, aber nicht sanktioniert würden. (da)
stats