Der Rücktritt der Staatssekretärin für Infrastruktur und Umwelt, Wilma Mansfeld, in der Regierung von Mark Rutte löst seit Mitte voriger Woche in der niederländischen Agrarbranche Befürchtungen aus. Die für Landwirtschaft zuständige Staatssekretärin im Wirtschaftsressort, Sharon Dijksma, könnte Mansfelds Platz übernehmen, lauten hartnäckige Gerüchte. An die Position von Dijksma würde dann Martijn van Dam nachrücken, der stellvertretender Fraktionsvorsitzender der PvdA ist, der auch Dijksma angehört. So lauten neueste Berichte der Zeitung De Telegraaf.

Warten auf den König

Offiziell könnte die Personalentscheidung erst am Mittwoch werden, vermuten Politexperten. Denn kann kommt König Willem-Alexander zurück, der noch im Ausland weilt. Sharon Dijksma hat sich in der niederländischen Agrarbranche Respekt und Anerkennung erworben. Vor allem als Botschafterin der niederländischen Agrarbranche wird sie geschätzt mit Vermittlungsreisen beispielsweise nach Russland in Sachen Pflanzkartoffelexporte. Kürzlich war sie in China unterwegs als Botschafterin der niederländischen Molkereiwirtschaft.

Von Tierhaltern war aber ihr Antritt für Umwelt- und Gewässerschutz bislang oft als praxisfremd gescholten worden. Kurz vor ihrem möglichen Abgang gilt sie jetzt als geschätzte Agrarexpertin. Vor allem für die Zeit des niederländischen Ratsvorsitzes im ersten Halbjahr 2016 will die Agrarbranche nicht gerne auf sie verzichten.

Wenig Vertrauen

Martijn van Dam wird als wenig affin zur Landwirtschaft beschrieben. Er studierte an der technischen Universität in Eindhoven Wirtschaftsingenieur. Zu seinen politischen Fachgebieten zählte zuletzt Integration und Medien.

Mansfeld musste als Staatssekretärin für Infrastruktur abtreten, weil ihr eine Untersuchungskommission zum gescheiterten Projekt Fyra ein katastrophales Zeugnis ausgestellt hat. Dabei handelte es sich um einen Hochgeschwindigkeitszug aus italienischer Fertigung, der nach desaströsen Startläufen zurückgegeben wurde. (brs)
 
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