Biodiversität

Landwirtschaft ist bereit

Die Landwirte sehen sich der Nachhaltigkeit verpflichtet, sagte Eberhard Hartelt, Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes (DBV) heute in Berlin. Auf der Fachkonferenz "Landwirtschaft und Biodiversität" verwies er auf Mängel in der praktischen Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung des Artenreichtums auch in agrarisch genutzten Räumen. Es gebe viele Initiativen und Projekte, die Verbesserungen belegen, führte Hartelt aus. Erforderlich sei jedoch ein motivierendes Klima, die Aktivitäten der Landwirte für mehr Biodiversität durch ein Übermaß an Kontrollen und Bürokratie lahmlegen. 

Nach seiner Überzeugung sei die Biodiversität sicherlich nicht auf ordnungsrechtlichem Wege zu erreichen. Dies führe vielmehr in eine Sackgasse. Erfolgversprechender sei dagegen die gezielte Umsetzung des Greening und in Kombination damit die weitere Entwicklung von Agrarumweltprogrammen. Als hilfreich beurteile er auch neue Möglichkeiten der Digitalisierung bei Kontrollen. Somit könnten Vorortkontrollen reduziert und das Kontrollsystem generell vereinfacht werden.

Als entscheidenden Faktor beschrieb Hartelt auch die umfassende Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe. Diese werde jedoch angesichts ständig rückläufiger Betriebszahlen von den Landesrechnungshöfen zunehmend abgebaut. Dabei nehme der Bedarf der landwirtschaftlichen Unternehmen angesichts von Düngevorschriften oder Wasserrichtlinien weiter zu. Auch könne bisher mit Natur- und Artenschutz kein Geld verdient werden. Wünschenswert dagegen sei, dass Umweltleistungen auch ein mögliches Geschäftsfeld werden, sagte Hartelt. (jst)
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