Die beiden Spitzenkandidaten im Fernsehduell
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Die beiden Spitzenkandidaten im Fernsehduell
Ganz offensichtlich gehören die Bereiche Landwirtschaft und Umwelt nicht zu den Top-Themen des laufenden Bundestagswahlkampfs, so der Generalsekretär des Deutsche Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, gegenüber agrarzeitung.de. Er sehe dies als Indiz dafür, dass eine "dramatische Situation", wie sie von verschiedenen Umweltorganisationen vor dem TV-Duell beschworen wurde, von der Politik so nicht nachvollzogen werde. Aus Sicht der Landwirtschaft handele sich bei den Themen Ländlicher Raum und Agrarproduktion selbstverständlich um existenzielle Fragen. Jedoch sollten und müssten sie in sachlicher Weise behandelt werden - mit der notwendigen Dringlichkeit, so Krüsken.  

Offener Brief

Am 29. August 2017 hatte sich ein Bündnis aus 38 Umwelt- und Ökoverbänden in Form eines offenen Briefs an die vier Moderatoren der Sendung gewandt. Darin hatten sie dazu aufgefordert, die Spitzenkandidaten mit dem Umgang mit natürlichen Lebensgrundlagen, insbesondere der Ressource Boden zu konfrontieren. Weltweit würden jährlich rund 10 Mio. ha Boden durch eine falsche landwirtschaftliche Nutzung verloren gehen, so die Autoren. Dieser Verlust sei auch Ausgangspunkt für politische Spannungen und Migrationsbewegungen. Auch in Deutschland werde die Fruchtbarkeit der Böden durch eine nach industrialisierten Prinzipen organisierte Landbewirtschaftung abgebaut, heißt es in dem Brief. Nach Meinung der Unterzeichner handele es sich bei dem Aspekt Boden nicht um ein idealistisches "nice to have" sondern um ein Überlebensthema der Menschheit.

Landwirtschaft wird weniger wichtig

Der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitus Forsa, Manfred Güllner, hatte gegenüber Medienvertretern geäußert, dass ländlche Themen ebenso wie Ernährungsfragen auch im Endspurt des Wahlkampfs nicht mehr an Bedeutung gewinnen werden. Derzeit gebe es für die Bürger wichtigere Fragen, sagte er. (jst)   






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