Luftreinhaltung

Landwirtschaft soll außen vor bleiben


Die Abgeordneten im EP-Agrarausschuss lehnen neue Ziele für die einzelnen EU-Mitgliedstaaten zur Verminderung von Ammoniakemissionen ab. Sie fordern in ihrer Stellungnahme zur Verminderung von Luftschadstoffen die EU-Kommission auf, bis Ende 2016 einen neuen Vorschlag vorzulegen.

Bisher sieht die EU-Kommission zum Beispiel in Deutschland eine Ammoniakreduktion von 39 Prozent zwischen 2005 und 2030 vor. Die Abgeordneten begründen die Verschiebung mit den erheblichen Anstrengungen, die die Landwirtschaft bereits geleistet habe. Die Landwirtschaft habe den Ammoniakausstoß in der EU seit 1990 bereits um 30 Prozent vermindert, sagte EP-Berichterstatter Jan Hiutema (Liberale).

Zudem lehnen die Europaparlamentarier im Agrarausschuss zusätzliche Reduktionsziele für Methan ab. Sie argumentieren, dass die EU-Mitgliedstaaten Methan als Treibhausgas bereits in der Klimapolitik vermindern müssten. Doppelte Vorschriften wollen sie vermeiden. Außerdem habe man bei Methan nur einen geringen Handlungsspielraum. Wenn man Wiederkäuer nicht im Stall einsperren möchte, sei der Methanausstoß aus der Landwirtschaft kaum zu verringern.

Demnächst wird sich auch der EP-Umweltausschuss des Europaparlaments mit den Luftschadstoffen befassen. Die Landwirtschaft dürfte dort ebenfalls ein Thema sein. Die Meinung des Umweltausschusses hat größeres Gewicht im Parlament als die des Agrarausschusses. (Mö)
stats