Beim Anbau von Energiepflanzen wird in punkto Klimaschutz nun genauer hingeschaut.
-- , Fotos: Philipp Pohlmann/pixelio.de
Beim Anbau von Energiepflanzen wird in punkto Klimaschutz nun genauer hingeschaut.

Die Europäische Kommission stellt nun die Weichen für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Dazu hat sie heute folgende Vorschläge vorgelegt. Zum einen geht es um verbindliche Ziele für alle EU-Staaten zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2021 bis 2030 für die Sektoren Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und Abfälle. Darüber hinaus geht es um Landnutzung und Forstwirtschaft, die Einfluss haben auf die Klimaschutzmaßnahmen der EU. Desweiteren wurde eine Strategie für einen klimafreundlichen Verkehrssektor und EU-weite Maßnahmen für emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge sowie alternative Kraftstoffe erarbeitet.

Ackerland, Grünland und Wälder speichern Kohlendioxid. Die EU-Kommission macht einen Vorschlag, um die Speicher für die Treibhausgase möglichst zu erhalten. Danach müssen die EU-Mitgliedstaaten eine Neutralität zwischen dem Anstoß und der Bindung von Treibhausgasen in diesen Sektoren bewahren. Wenn also Wald gerodet oder Land trockengelegt wird, müssen die EU-Mitgliedstaten durch Aufforstung oder klimaschonende Landbewirtschaftung in anderen Regionen einen Ausgleich schaffen. Die Land- und Forstwirtschaft müsste mit der geforderten Neutralität im Gegensatz zu anderen Sektoren ihren Treibhausgasausstoß nicht vermindern.

Emissionen mindern
Im Oktober 2014 haben die Staats- und Regierungschefs der EU das verbindliche Ziel aufgestellt, die in der Union verursachten Emissionen bis 2030 in der gesamten Wirtschaft um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Zur Verwirklichung dieser Emissionsminderung sollten alle Wirtschaftsbranchen einen Beitrag leisten. Sonstige Wirtschaftszweige wie Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfall, Landnutzung und Forstwirtschaft müssen ihre Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2005 um 30 Prozent senken.

Bei Biomasse wird nun Energieverbrauch angerechnet

Schärfer soll dagegen die Produktion für Biomasse für energetische Zwecke berechnet werden. Den Vorteilen für das Klima soll der Energieverbrauch beim Anbau von Energiepflanzen gegengerechnet werden. Im Transportsektor setzt die EU-Kommission auf Biotreibstoffe der zweiten Generation. Die Nutzung von Biodiesel und Bioethanol aus Pflanzen möchte die EU-Kommission nach 2020 auslaufen lassen. Zumindest sollte es für Biotreibstoffe der ersten Generation keine Förderung mehr geben, forderte EU-Klimakommissar Arias Canete.

Geteilte Resonanz auf Klimaschutzpläne

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks begrüßte den Vorschlag der EU-Kommission: „Das ist eine gute Grundlage für die anstehenden Verhandlungen.“ Europa mache ernst beim Klimaschutz. Nicht nur Deutschland, auch alle anderen EU-Staaten würden bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen deutlich senken. Wohlwollend äußerte sie sich auch zur Einbeziehung der Landnutzung und Forstwirtschaft beim Klimaschutz.

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bemängelten jedoch, dass das Gesamtziel der Treibhausgas-Reduktion immer noch auf einer akzeptierten Erderwärmung von 2 Grad Celsius beruhe. Dabei habe man sich beim Pariser Klimaabkommen bereits auf 1,5 Grad Celsius verständigt. Bleibe Brüssel bei seinen Plänen, würde man das Pariser Abkommen unterlaufen, so die Naturschutzverbände. (Mö/mrs)  
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