Sachsen-Anhalt

Landwirtschaft steht im Abseits

Ein breites Bündnis von Verbänden des ländlichen Raums aus Sachsen-Anhalt hat sich in einem offenen Brief, der agrarzeitung.de vorliegt, an den Ministerpräsidenten, Reiner Haseloff, gewendet, um Sorgen um die Politik zum Ausdruck zu bringen. Viele Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag 2016 würden nicht umgesetzt. Die Berufsvertreter fordern einen sofortigen und drastischen Kurswechsel, um den ländlichen Raum voranzubringen.

Personalmangel in den Ämtern

Die 18 Verbände berufen sich auf die Ziele des Koalitionsvertrages von CDU, SPD und Grünen, der im Mai 2016 besiegelt wurde. Er sieht eine hohe Wertschöpfung im ländlichen Raum sowie ein attraktives Lebensumfeld vor. In der Legislaturperiode bis 2021 solle eine nachhaltige Landwirtschaft als ökonomische Basis im ländlichen Räume ausgebaut werden. Stattdessen spiele die Landwirtschaft in der Agrarpolitik angeführt von Ministerin Claudia Dalbert keine Rolle. Vielmehr herrsche Personalnotstand in den Landwirtschaftsämtern, so die Verbände. Die Agrarstrukturverwaltung sei personell so ausgedünnt, dass EU-Fördergelder nicht mehr fließen. Die Neuregelung des Eigentums finde in vielen Verfahren nicht statt. Eine Auseinandersetzung mit dem Schutz von Wolf, Biber und Luchs fehle.

Großschutzgebiete blockieren Entwicklung

Überzogene Tierwohlvorstellungen erschweren Tierhaltern die Arbeit. Manche Naturschutzentscheidungen könnten nicht nachvollzogen werden. Sie müssten mit den dort lebenden Menschen besprochen werden. Stattdessen gebe es Großschutzgebiete, die das Land in seiner Entwicklung blockieren. Die Berufsvertreter fordern die Regierung auf, in einen fairen Dialog zu treten. (da)
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