Ressourcen

Landwirtschaft verbraucht wenig Wasser

Die Bundesregierung rechnet nicht mit zusätzlichen Kosten beim Trinkwasser. Damit reagiert sie auf eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion, die sich nach möglichen zusätzlichen Kosten für die Trinkwasseraufbereitung infolge der Belastungen der Wasservorräte mit Nitraten, Sulfaten, Medikamenten- und Pestizidrückständen erkundigt hatte.

Wasseraufbereitung ohne Mehraufwand

Die Bundesregierung geht davon aus, dass es in der Regel keine zusätzlichen preiserhöhenden Aufbereitungsmaßnahmen gibt. Sie setzt damit auch auf Effekte infolge der Verschärfung des Düngerechts, die zur Reduzierung von Nitrat – auch in belasteten Gebieten – führen werden. Darüber hinaus wird in der Antwort das aktuelle Gutachten im Auftrag des Umweltbundesamtes kritisiert. Die dortigen Aussagen zu negativen Auswirkungen auf Trinkwasserpreise basierten auf Fallstudien in belasteten Gebieten und hätten kein konkretes Bezugsjahr. 

Das Statistische Bundesamt beziffert die Trinkwasserkosten im Schnitt mit 1,69 € pro Kubikmeter. Das wären für einen Zwei-Personen-Haushalt rund 206 € pro Jahr.

Der weitaus größte Teil des angebotenen Wasser ist ungenutzt
-- , Quelle: Deutscher Bundestag
Der weitaus größte Teil des angebotenen Wasser ist ungenutzt


Energieversorger verbrauchen am meisten

In Deutschland steht im Mittel über viele Jahre ein potentielles Wasserdargebot von 188 Mrd. Kubikmetern zur Verfügung. Davon wurden 2013 rund 25,1 Mrd. Kubikmeter Wasser entnommen. Folglich bleibt rund 87 Prozent des verfügbaren Wassers ungenutzt. Die größte Menge Wasser entnahmen mit 7,2 Prozent die Energieversorger. Die öffentliche Wasserversorgung nutzte weniger als 3 Prozent, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe entnahmen 3,2 Prozent. Auf die landwirtschaftliche Beregnung entfielen mit 0,3 Mrd. Kubikmeter 0,2 Prozent des Wasserangebotes. Während Energieversorger und verarbeitendes Gewerbe vor allem Oberflächenwasser nutzen, speist die Land- und Forstwirtschaft ihren Bedarf vor allem aus dem Grundwasser.

Osten und Südosten Deutschlands am stärksten von möglicher Trockenheit betroffen

Der Klimawandel wird sich nach Auffassung der Bundesregierung auf das Grundwasserdargebot regional unterschiedlich auswirken. Die Verschiebung der Niederschlagsmengen vom Sommer- in das Winterhalbjahr sowie ein gleichzeitiger Anstieg der Temperaturen und damit der Verdunstung können zu dauerhaft sinkenden Grundwasserspiegeln führen. Davon seien in Teilen Thüringen, Sachsen Anhalt, Sachsen und Brandenburg betroffen. Unter Annahme eines „trockenen Szenarios“ könnten sich Abnahmen im Osten und Südosten Deutschlands sowie im Allgäu ergeben, so die Einschätzung. (kbo)

stats