„Die Landwirtschaftspolitik ist geprägt von Menschen, die außerhalb der Landwirtschaft leben“, konstatiert Carl-Albrecht Bartmer, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Das Landwirtschaftsministerium gelte mittlerweile als relativ unbedeutendes Ministerium und habe in der Parteienpolitik eine geringe Relevanz. „Wir müssen über den Zuschnitt von Agrarministerien nachdenken“, rät er während der Mitgliederversammlung des Bundesverbands Deutscher Pflanzenzüchter (BDP). Die Zuständigkeit für die ländlichen Räume gehe sonst verloren.

Prof. Friedhelm Taube rechnet mit weiteren gesetzlichen Verschärfungen für die Agrarbranche.
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Prof. Friedhelm Taube rechnet mit weiteren gesetzlichen Verschärfungen für die Agrarbranche.
In Deutschland als Wirtschaftsstandort spiele die Landwirtschaft nur noch eine geringe Rolle, gab Prof. Friedhelm Taube zu bedenken. Der Direktor des Pflanzenbauinstituts der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel beziffert die Bedeutung: Die Landwirtschaft trägt 0,8 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Zugleich genieße der Sektor nach wie vor einen umfangreichen Außenhandelsschutz. Dem müsse die Landwirtschaft gerecht werden, indem sie sich an den gesellschaftlichen Vorgaben orientiere. Hier sei in der Vergangenheit zu wenig passiert, kritisiert er. Emissionen der Landwirtschaft ins Grundwasser und die Luft folgten nicht den politisch gesteckten Zielen. Darum hält er es für wahrscheinlich, dass weitere Verschärfungen auf die Branche zukommen. (brs)
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