Aktion Tierwohl

Lange Warteliste für das Tierwohl


Die Initiative Tierwohl bietet Sauen mehr Platz.
-- , Foto: SB
Die Initiative Tierwohl bietet Sauen mehr Platz.

Im April hatten sich insgesamt 4.653 Landwirte sich für eine Teilnahme an der Initiative Tierwohl registrieren lassen. Das Interesse war so groß, dass mit 2.142 Betrieben nicht einmal die Hälfte der Landwirte für die Auditierung zugelassen werden konnten. Sie teilen sich auf in 1.345 Schweinemastbetriebe mit 4.5 Millionen Tieren, 324 Ferkelaufzuchtbetriebe mit 2,8 Millionen Tieren und 473 sauenhaltende Betriebe mit 4.7 Millionen Tieren. Die zur Auditierung zugelassenen Landwirte seien bereits informiert worden. Aufgrund des hohen Interesses der landwirtschaftlichen Betriebe an dem Programm will die Initiative den Fördertopf vergrößern und dazu den Kreis der einzahlenden Unternehmen auch auf Fleischverarbeiter, das Fleischerhandwerk und die Gastronomie ausweiten.

Teilnahme nach erfolgreichem Audit

In Erstaudits werde nun überprüft, ob die Betriebe die ausgewählten Kriterien tatsächlich ab dem von den Landwirten angegebenen Datum umgesetzt haben. Andernfalls gelte das Audit als nicht bestanden und Schweinehalter von der Warteliste rücken nach. Mit bestandenem Audit und freigegebenem Prüfbericht erhält der Tierhalter einen Auszahlungsanspruch über eine Laufzeit von drei Jahren. Innerhalb dieser drei Jahre gewährleisten regelmäßige, unangekündigte Folgeaudits die kontinuierliche Einhaltung der Kriterien.

Mehr Platz und Beschäftigungsmaterial

Die jeweilige Höhe der Bonusansprüche ergibt sich aus den ausgewählten Wahlpflicht- und Wahlkriterien in Kombination mit den Pflichtkriterien. Besonders häufig gewählte Wahlpflicht- und Wahlkriterien in der Schweinemast seien „zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial“, „10 Prozent mehr Platz“ und „Saufen aus offener Fläche“. Auch in der Ferkelaufzucht sind dies die beliebtesten Kriterien, wohingegen sauenhaltende Betriebe vermehrt auf „zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial“, „ständigen Zugang zu Raufutter in der Gruppenhaltung, Bereitstellung von organischem Nestbaumaterial“ und „10 Prozent mehr Platz“ setzen. Die für die jeweilige Produktionsform definierten Grundanforderungen muss hingegen jeder der teilnehmenden Betriebe umsetzen.

Landwirte investieren in Tierschutz

„Die heute vermeldeten Teilnehmerzahlen dokumentieren, dass unsere Tierhalter umgehend in zusätzliche Verbesserungen des Tierschutzes investieren, wenn sie die Mehrkosten erstattet bekommen", erklärte der der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied. Kein anderes Markenfleischprogramm, kein anderes Tierschutzlabel sei bisher auf ein solch breites Interesse gestoßen wie die Initiative Tierwohl. „Jetzt ist die gesamte Wertschöpfungskette gefordert, allen teilnahmewilligen Tierhaltern die Beteiligung zu ermöglichen", erklärte Rukwied.

Schnell offene Fragen klären

Die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinhalter Deutschlands fordert, schnell die offenen Fragen zu klären, die sich aus dem großen Interesse der Landwirt ergeben. Die wichtigtse Frage sei, wie das Finanzvolumen des Tierwohl-Fonds ausgeweitet werden kann, damit alle Landwirte, die sich regiestriert haben, teilnehmen können. Auch Details wie die Reihenfolge und Abarbeitung der Warteliste müssten schnell geregelt werden. (SB)
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