Runder Tisch

Langer Schnabel für mehr Tierwohl

Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz hat heute gemeinsam mit Michael Herdt, dem Vorsitzenden des Geflügelwirtschaftsverbandes in Hessen, eine freiwillige Vereinbarung zum Verzicht auf das Schnabelkürzen in der Legehennenhaltung unterzeichnet. Im Rahmen einer Pressekonferenz zum "Runden Tisch für das Tierwohl", den Hinz vor einem Jahr ins Leben rief, verkündete sie auch, dass es geplant sei, zeitnah die ganzjährige Anbindehaltung in Hessen abzuschaffen und auf das Kupieren der Ringelschwänze von Mastschweinen zu verzichten.

Ab Januar 2017 sollen nun in Hessen nur noch Legehennen mit intaktem Schnabel eingestallt werden. Desweiteren solle es trotz freiwilliger Vereinbarung nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich sein, den Tieren den Schnabel weiterhin zu kürzen. Möglich werde dies, wenn es den Haltern trotz Beratung nicht gelingt, die Tiere mit langem Schnabel zu halten. Küken mit langem Schnabel können Tierhalter bereits jetzt beim Vermehrungsbetrieb LSL-Rhein-Main in Dieburg kaufen.

So sieht es auch die freiwillige Vereinbarung zwischen dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und dem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vor, die bereits im September 2015 von beiden Parteien unterzeichnet wurde.

In Nordrhein-Westfalen (NRW) gibt es auch eine freiwillige Vereinbarung zwischen der Landesregierung und der Geflügelbranche sowie Tierschützern. Die Landesregierung NRW hat gemeinsam mit Landwirtschaftsverbänden, Tierschutzorganisationen und dem Lebensmittelhandel eine Erklärung unterzeichnet, von 2017 an in der konventionellen Legehennenhaltung auf das Kürzen der Schnäbel zu verzichten. Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) verkündete jüngst, man wolle an dem Zeitplan festhalten. Geflügelhalter seien bereits jetzt in der Lage Legehennen mit langem Schnabel zu halten. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hatte sich in der Vergangenheit bereits gegen das Schnabelkürzen ausgesprochen. Er wollte ein Verbot von 2017 an erreichen. (has)
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