Großbritannien

Leadsom will Bürokratie „verschrotten“

Britischen Farmern ist die EU-Bürokratie ein Dorn im Auge, etwa bei der Definition von Hecken.
-- , Foto: Pixelio
Britischen Farmern ist die EU-Bürokratie ein Dorn im Auge, etwa bei der Definition von Hecken.

Zurzeit müssen Landwirte in der EU, die mehr als 30 ha Ackerfläche bewirtschaften, mindestens drei Kulturen in der Fruchtfolge nachweisen, um die vollen Direktzahlungen zu erhalten. Das ist eine der bürokratischen Regeln, die nach Ansicht der britischen Agrarministerin Andrea Leadsom als erste „verschrottet“ werden sollen, sobald ihr Land die Europäische Union verlassen hat. Als weitere Beispiele nennt sie Definitionen, wann eine Strauchreihe als Hecke gilt oder wann eine Pfütze als Teich eingestuft wird.

Auf der Oxford Farming Conference, die jährlich im Januar den agrarpolitischen Auftakt im Vereinigten Königreich setzt und in diesem Jahr durch den bevorstehenden Brexit geprägt ist, klagte Leadsom am Mittwoch über die ihrer Ansicht nach überbordende EU-Bürokratie mit „Bergen von Papierkram“. Die Ministerin berief sich auf Hochrechnungen, dass in der britischen Agrarbranche jährlich insgesamt 300.000 Stunden für Bürokratie und Inspektionen aufzuwenden seien. Die Kosten summierten sich auf 5 Mio. brit. Pfund pro Jahr. Deswegen sei dringend mehr „gesunder Menschenverstand“ erforderlich, um Regeln zu finden, die am besten für das Vereinigte Königreich funktionieren.

„Unsere Landwirte werden die Freiheit gewinnen, um mehr zu erzeugen, mehr zu verkaufen und größere Mengen britischer Nahrungsmittel zu exportieren“, versprach Leadsom. Gleichzeitig sollen aber die hohen Standards für die Gesundheit und das Wohlergehen von Pflanzen und Tieren gehalten werden. (db)
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