Milchmarkt

Leitbild Kuh auf der Weide


Die Sicherung der Zukunft der bäuerlichen Milchwirtschaft haben sich die Grünen im Deutschen Bundestag auf die Fahnen geschrieben. In einem Antrag fordern sie die Regierung auf, ihre auf „Massenproduktion“ und den „Export von Produkten mit geringer Wertschöpfung orientierte“ Milchpolitik zu beenden. Stattdessen solle der Rahmen gesetzt werden für eine „faire, ökologische und kostendeckende Milchproduktion“.

Als Leitbild ihrer Milchpolitik loben die Grünen „die Kuh auf der Weide“ aus. Diese Haltungsform schaffe den meisten gesellschaftlichen Mehrwert und trage zur Erhaltung der Landschaft bei. Erzeuger, die Weidehaltung praktizierten, müssten höhere Milchpreise erzielen. Denn die Weidehaltung sei teurer als die „Milchproduktion in industriellen und rationalisierten Massenställen“. Das Auslaufen der Milchquote 2015 werde den Druck auf die bäuerlichen Erzeuger weiter verschärfen, fürchten die Grünen.

Im Einzelnen fordern die Grünen unter anderem, die Bundesregierung möge sich auf Ebene der Europäischen Union für die Einrichtung einer Marktbeobachtungsstelle, eines indexbasierten Frühwarnsystems sowie für vorsorgende Krisenmechanismen für den Milchmarkt einsetzen. Ein solcher Krisenmechanismus könne der vom Europaparlament vorgeschlagene „Freiwillige Produktionsverzicht gegen Ausfallentschädigung" sein.

Zudem sollen bäuerliche Milcherzeuger organisatorisch und finanziell bei der Bildung von Milcherzeugergemeinschaften unterstützt werden. Zudem solle „verbrauchertäuschendes Marketing“ unterbunden und Regelungen zur Verwendung der Bezeichnung „Weidemilch“ geschaffen werden. (pio)
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